Freitag, 13. Juni 2014

Der Ernst des Lebens ...


... hat für Thorsten angefangen. So sagt man doch, wenn jemand das Abitur bestanden hat. Natürlich fängt der Ernst des Lebens gefühlt alle Naselang an, beim Eintritt in den Kindergarten, bei der Einschulung, dem Wechsel aufs Gymnasium, dem 18. Geburtstag, Kommunion/Konfirmation, dem Bestehen der Führerscheinprüfung. Aber das Abitur, das Zeugnis der Reife, das ist wirklich eine Zäsur zwischen der behüteten Welt von Schule und Familie und den eigenen Füßen auf denen man in der Uni/der Lehre stehen muss.

Ihr erinnert Euch an Thorsten, den jungen Mann mit der großen Liebe zum Wein, einer unserer liebsten Bloggerkollegen. Er hat es geschafft und sein Abitur bestanden und bevor es mit dem Ernst des Lebens losgeht, ist jetzt feiern und freuen angesagt. Wir haben ihn bei seinen ersten Bloggerschritten unter unsere Fittiche genommen, seine Blogger- und Weinliebhaberentwicklung beobachten und begleiten dürfen und so sind wir auch ein wenig glücklich und stolz, dass er es geschafft hat und freuen uns mit ihm. Herzlichen Glückwunsch vom gesamten 180°-Team inklusive Praktikant, Löwe und Chefkommentator!

Und natürlich sind wir auch ein wenig um sein Wohlergehen besorgt, wenn er denn jetzt irgendwann mal den ersten eigenen Haushalt haben wird. Nicht dass der Junge sich nur von Konserven oder Fastfood ernährt. Wir finden, er sollte ein paar gute Rezepte haben, um sich schnell ein gesundes und leckeres Essen zu zaubern.

Und wenn er mal jemanden einlädt, soll er sich ja auch nicht blamieren.

Deswegen gibt es Nudeln. Nudeln gehen immer, Nudeln machen satt, Nudeln sind Sportlernahrung und Thorsten ist auch sportlich, da braucht es Kohlehydrate und Eiweiß.

Vorher, da wir ja schon beim Sport sind, muss ich natürlich noch den obligatorischen 180°-Beitrag zur Fußball-WM leisten. Der Leo hat sich dieses Mal mit seinem WM-Bullshit-Bingo wirklich selber übertroffen. Aber wir haben ja auch als ernst zu nehmendes Food/Wein/Fußball/Gedöns-Blog einen Ruf zu verlieren.

Leos ultimatives WM-Bullshit-Bingo


Jetzt aber wieder zu den Nudeln für Thorsten

Linguine mit Flusskrebsen, Bohnen und Champignons
(1 Portion für einen guten Esser)


1 Schalotte (Torsten, das sind diese kleinen etwas länglichen Zwiebeln), in feine Würfel gehackt
2 Handvoll Stangenbohnen, geputzt und blanchiert (Torsten, blanchiert heißt, kurz so 3 Minuten, in kochendem Salzwasser gegart und dann ins kalte Wasser gegeben, damit sie nicht weiter garen)
1 Handvoll frische Champignons, blättrig geschnitten (nix Dose!!!!)
100 g Flusskrebse vom Fischhändler Deines Vertrauens (oder Krabben, die sind etwas preiswerter)
2 getrocknete Tomaten, in feine Würfel geschnitten
2 EL Olivenöl
1 EL Butter
50 ml trockener Weißwein
100 ml Gemüsebrühe (fürs Erste kannst Du ordentliches Biobrühpulver nehmen, aber die Toni hat da ein ganz einfaches Rezept, wie man das selber macht)
100 ml süße Sahne
Salz
gemahlener schwarzer Pfeffer (fang erst gar nicht mit Pfefferpulver an, lass Dir eine ordentliche Pfeffermühle schenken)
Paprikapulver, scharf
1 Stängel Bohnenkraut, die kleinen Blättchen abzupfen

150 g Linguine (ok, die brauchst Du –noch- nicht selber zu machen)

Olivenöl und Butter in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebelwürfel anbraten, die dürfen dabei nicht braun werden (das nennt man anschwitzen), dann die Champignons, die Tomatenwürfel und die Bohnen dazu geben, alles etwas einkochen lassen (also so, dass die Flüssigkeit fast vollständig verdampft).

Mit der Gemüsebrühe ablöschen (also die Gemüsebrühe dazugeben), diese ebenfalls etwas einkochen lassen, danach den Wein dazu geben, weiter einkochen lassen, bis die Masse sämig wird, mit Salz, Pfeffer, Paprika  abschmecken. Warm halten.

Jetzt die Linguine nach Packungsanweisung gar kochen, ein paar Esslöffel vom Nudelkochwasser in die Pfanne geben und die Nudeln abschütten (also das Wasser weggießen). Danach die Nudeln in die Pfanne zum Gemüse geben, die Flusskrebse (oder Krabben) und die Bohnenkrautblättchen dazu geben, etwa zwei Minuten zusammen garen und dann in einen vorgewärmten tiefen Teller füllen.



Und dazu gibt es

2011 Sauvignon blanc I
von Winning, Pfalz

den ersten Schluck nimmst Du vor dem Essen, damit Du zunächst mal diese wunderbare Nase aufnehmen kannst, ein ganz klein wenig schweflig, hochmineralisch, Stachelbeere, frische Gartenkräuter.

Im Mund spürst Du als erstes die stahlig klare kühle Eleganz, Aromen von Grapefruit, hellen Johannisbeeren, Limetten, Pfirsich, zurückhaltender Schmelz und zum langen Abgang hin ein wenig Karamell.

Beim Essen wirst Du feststellen, wie der Wein sich etwas verändert, sich dem Essen anpasst, sich an die leichte Schärfe der Sauce schmiegt und wie er mit den Krabben spielt.

Ein kleines Festessen, aber das hast Du Dir ja auch redlich verdient.


Kommentare:

  1. sieht superköstlich aus - und das Fussballbingo wird in den nächsten Wochen ein amüsanter Begleiter werden!

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    1. Und dann noch für jeden Spruch einen Euro ins Schweinderl, dann kann man nach der WM fein essen gehen,

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  2. das kann ja sogar i c h nachkochen.Toll erklärt und das wird genauso schmecken,wie es aussieht.

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    1. Ob letzteres bei meiner allseits bekannten Fotografierblindheit ein Kompliment ist? Es war aber wirklich lecker.

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  3. Ein, "den könnte man halten", für Leo's Fußball-Bingo:
    Herzlich grüßt Wilhelm.

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    1. .. und: Der 5-Meterrraum gehört dem Keeper!
      Das Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-Stadion habe ich ihm schon gestrichen, sonst hätte er noch eine Reihe anfangen müssen

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  4. ich bin ja nicht die grösste sauvignon blanc freundin der welt, aber von besagtem sb hab ich mir eine probeflasche mitgenommen! mal sehen, wie wir miteinander klar kommen, der von winning und ich...

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    1. duni, Holz hat er auch noch
      Herr susa und ich haben uns gestern gegenseitig die Tropfen abgezählt ;o))

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  5. da bin ich ja mal gespannt! montag abend isser fällig-eingeplant zu einer pasta mit gamberoni und melanzen aus der republica, serviert zu dicken röhrennudeln. bälle rumschiebende jungs sind eh nicht so unser ding, also testen wir den von winning. ( für den notfall werd ich einfach noch heimlich einen reiterpfad einkühlen, hihi!)

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  6. aber Du hattest recht-der wein ist ein meisterwerk. nicht unbedingt das, was ich jeden tag aufziehen möchte, aber schwer beeindruckend. am besten hat mir diese grüne herbe kräuterige nase mit dem rauch, der nassen landstrasse gefallen; gut gekühlt gefiel er mir besser wie erwärmt( da schlug dann der sb für mich zu stark durch!) gäbe es den wein im sommer als duschbad-ich nähm es ständig! v auch sehr zufrieden, zur pasta ebenfalls toll. was ich mich jetzt dauernd frage-gibt es sowas wie einen von winningen " hausgeschmack", der alle weine miteinbezieht???

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    1. Das mit dem vob-Winning-Geschmack ist uns just bei diesem Wein auch durch den Kopf gegangen. Freut mich, dass er Dir auch so gut gefallen hat.

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