Freitag, 8. Februar 2013

Nun sag, wie hast Du's mit dem Karneval?




Wie schnell ist so ein Jahr vergangen,
kaum dass es grade angefangen.
Im Ohr noch den Silvesterkracher,
da hört man jetzt schon Karnevals/Faschings/Fastnachts*-Lacher.

Mir ist als hätt erst vor'n paar Tagen
die letzte Bütt ich vorgetragen.
Und nächsten Dienstag – ein, zwei, drei
Ist Karneval/Fasching/Fastnacht* wieder vorbei.

Die einen freut's, die andern nicht,
die ziehen gleich ein Flunschgesicht
und distanzieren sich mit Fleiß
von Schunkeln, Bützen und so'n …Sch***marrn!

*regional Unzutreffendes bitte streichen!

Karneval kann so schön sein. Wildfremde Menschen liegen sich lachend in den Armen. Die staatliche Autorität hat unübersehbar Lippenstiftflecken auf Wange und Hemdkragen. Ob Millionär oder Arbeitsloser, hinter der Pappnas sind alle gleich. Und für ein paar Tage mal was ganz anderes sein, Prinzessin, Vampir, Cowboy oder Weintraube. Mal an was ganz anderes denken.

Karneval, so lehren uns die Historiker, geht auf die römischen Saturnalien zurück, ein Fest zu Ehren des Gottes  Saturn, Gott des Ackerbaus und der Aussaat, und in Erinnerung an das beste, das goldene Zeitalter. Die Rollen waren vertauscht, die Herren bedienten die Sklaven und diese durften alles aussprechen, ohne dass sie dafür gestraft werden konnten. Es gab große Ess- und Trinkgelage und der Prinz Karneval hieß damals noch "Rex bibendum".

Karneval und seine Kehrseite, komabesoffene Jugendliche, Zwangsfröhlichkeit und der bittere Ernst, mit dem offizielle Karnevalsvereine und –funktionäre ihr Metier betreiben, ohne auch nur das kleinste Fünkchen Humor oder gute Laune. Humor ist eine todernste Angelegenheit. Und die Witze haben alle sooooo einen Bart, oder sind gelinde gesagt schmierig.

Wir bleiben Karneval zu Hause und genießen ein paar geschenkte (bzw. getreulich herausgearbeitete) freie Tage. Am Samstag werden wir mit ebenfalls nicht sehr karnevalsaffinen Nachbarn kochen und essen – und natürlich auch was trinken.

Aber so ne klitzekleine Luftschlange und ein wönzig kleiner Luftballon und ein paar Mutzemändelscher zum Schnabulieren, das kann doch nicht so schlimm sein. Und vielleicht summ ich dann am Dienstag ganz leise "Denn wenn et Trömmelsche jeit ….".

Vorher gibt es, sehr zu Leos Freude, einen Bordeaux


… aus der Magnum

1996 Lamothe Bergeron
Haut-Médoc

Aus der Normalflasche fängt er jetzt langsam an, abzubauen (zumindest was die letzten beiden von uns verkosteten angeht, es scheint da eine gewisse Streuung zu geben), aber aus der Magnum wirkte er noch absolut kraftvoll ohne jedes Anzeichen von Altersnoten. Wir haben ihn nach einem kleinen Probeschluck in die Karaffe gegeben und ihm etwa eine Stunde Zeit gelassen.

In der Nase ein Duft von Brombeeren, Kaffee, Holz und Erde, am Gaumen noch etwas sandiges Tannin, Tabak und Mocca, Säure, eher rustikal als elegant, ein Wein, der zum Essen absolut gewinnt. Wir hatten ein wunderbar marmoriertes Roastbeef perfekt gebraten dazu, ohne viel Gedöns. In der Verbindung zeigt sich der Wein großartig, vor allem legte er an Kraft zu, bis zum durchaus langen Abgang.

Und zur Feier des Tages hat sich die Flasche hier mal ordentlich in Schlange Schale geworfen.







Kommentare:

  1. Für ein solches Fläschelchen würde ich ich sogar aus vollem Halse
    KÖÖÖLE AAALAAAAAF anstimmen

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  2. Vor Jahren wohnte ein Freund von uns berufsbedingt in Köln. Wir haben damals seine Wohnung gekapert und ein wirklich geniales Karnevalswochenende mit allem was dazu gehört erlebt. GE-NI-AL!
    Allerdings, wenn ich jedes Jahr zwangsverpflichtet würde, wäre die Luft auch schnell raus.
    Dann doch lieber Bordeaux mit Roastbeef :o)

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    1. Stimmt, für Karneval in Köln braucht man Kondition, zu meinen Studienzeiten war es jedenfalls Ehrensache, dass man von Weiberfastnacht mit Karnevalsdienstag nicht ins Bett zum Schlafen ging.

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  3. Für mich bitte auch nur den Bordeaux. Darf auch gern 'ne Doppelmagnum sein, schließlich muss ich noch bis Aschermittwoch durchhalten!

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    1. bei Euch in Bayern ist das doch harmlos und 39jährige sollten das doch wohl ohne Doping durchstehen

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  4. Neid! Bei Euch spitzen schon die Schneeglöckerl! Und ich mag bitte auch nur Bordeaux...

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    1. Bei Nachbars sind sie sogar noch weiter, Zeichen dass langsm die Gartenarbeitszeit wieder losgeht.

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  5. Ich nehm beides, Weiberfastnacht und Rosenmontag den Karneval und den Bordeaux für einen ruhigen schönen Samstag!

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    1. Den hast Du Dir dann ja auch redlich verdient. Santé!

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  6. Gute Idee mal wieder die eigentlichen Errungenschaften vom Fasching hervorzuheben. Und ich fände es gut, wenn sich die Protagonisten darauf wieder ein wenig mehr besinnen.

    Wenn dann noch die „Endlosschleife der prähistorischen Prunksitzungen“ in einen, meinetwegen auch ganzjährigen, Spartenkanal verbannt werden, dann fange ich an, mich mit dieser Folklore zu arrangieren.

    Wobei ich zugegeben muss, dass die Art und Weise wie im Hause Susa die tollen Tage begangen werden, ausgesprochen reizvoll klingt!

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  7. Na ja, als ich jung war, war die Karnavalzeit auch sehr exciting für mich. Jetzt seit 5 Jahren bin ich Mutter von einem lieben Jungen und wir veranstalten toll Karnaval-Partys zu Hause, mit anderen Kindern. Ist ja auch schön!
    LG

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