Freitag, 18. Januar 2013

Amuse!



Ja ich weiß, die Welt ist schlecht!

Objektiv sind wir alle unterbezahlt (für die Chefs: objektiv sind alle Untergebenen überbezahlt), unsere Politiker haben wir leider genau so verdient, aber unser Gesundheitszustand entspricht leider nicht dem Lebenswandel, den wir führen sollten.

Trotzdem; wir sollten uns mehr amüsieren. Extra! Wegen und überhaupt! Und zwar in aller Ernsthaftigkeit. Also zumindest sollten wir uns in aller Ernsthaftigkeit vornehmen, dass dieses Jahr ein Knaller wird. Natürlich ernsthaft! Und logischerweise auch sehrsehrsehr unterhaltsam. Wir haben es in der Hand! Und dort wo das Schicksal zuständig ist, müssen wir uns ja nicht grämen. Ist ja nicht unser Revier…

…So viel zur Theorie. Aber tatsächlich sollte auch ganz praktisch das Amuse nicht aus den Augen verloren werden. Zum Beispiel schaffen wir es hier immer mal wieder, dass wir uns zum Kochen treffen. Dabei hat eigentlich niemand Zeit, wir haben zu wenig Platz und die Vorbereitung hapert auch gerne. Und jeder von uns hat seine eigenen Marotten.

Kurz, wir amüsieren uns köstlich! Und ich behaupte einfach mal ganz keck, dass jeder ähnliche Möglichkeiten hat, sich zu amüsieren. Okay, natürlich nicht mit so einer Truppe wie dem genialen (und in der Wiese unsichtbaren) Pilz, der umsichtigen (und sehr präzisen Abschmeckerin) Steffi, Rainer, dem einzigen DpD-Gewinner in der Runde und Lars, dem großen Organisierer, Brenner, Nachtisch-Guru und Foto-Held! Vielleicht schaffe ich es ja mal im Laufe des Jahres, jedem dieser Mitstreiter einen Beitrag zu widmen.

Aber für heute sollte es genügen, auf das Amüsement hinzuweisen, das wir miteinander haben.

Apropos Amuse, bei unserem Stuttgarter Weihnachtsmenü gab es



Wild- Pofesen:
250 g Puten- oder Hühnerfleisch (pariert und schier)
250 g Wildfleisch (Reh, Hirsch, Hase, Ente)
1 Eiweiß
1 TL Salz
250 kalte Sahne
1 Prise Zimt
1 Prise Anis
2 Wacholderbeeren
4 Pimentkörner
1-2 Nelken
20 ml roter Portwein
10 ml Grappa / Trester
etwas frisch gehackter Knoblauch
50 g Sahne
  • Fleisch in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Mit Eiweiß und Salz vermischen. 
  • Kurz anfrieren. 
  • Das eiskalte Fleisch in einem Kutter grob mixen. 
  • Die kalte Sahne nach und nach hinzugeben und immer wieder mixen 
  • Die Gewürze mörsern. 
  • Mit Portwein, Trester und Knoblauch untermixen. 
  • Herausnehmen und in eine Schüssel geben. 
  • Mit Salz und Pfeffer abschmecken, dabei leicht überwürzen. 
  • Den Rest Sahne schlagen und unter die Farce heben.
10 Toastbrotscheiben

  • Entrinden
  • 5 Scheiben mit der Farce bestreichen und den übrigen 5 Scheiben abdecken, 
  • in Stücke schneiden und in Butterschmalz auf beiden Seiten anbraten


Und so unspektakulär wie die Dinger aussehen, so absolut genial schmecken die. Steffi-Idee! 

Kommentare:

  1. Oh wie schön, daß es Eure liebenswerte Kochtruppe noch gibt. Freue mich sehr das zu lesen :-).

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    1. Finde ich auch schön, Buschi! Und die jetzige Zusammensetzung hat nun schon eine ganze Weile Bestand. Außerdem bekommen wir allmählich ein Gefühl für den Spagat zwischen unserem Anspruch was wir gerne kochen möchten, und dem Anspruch der Mitesser, vor Mitternacht fertig zu sein ;-)

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    2. Alles eine Frage der Orginisation!

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  2. Solche Kochrunden sind unbezahlbar. Je länger sie bestehen, desto entspannter und amüsanter sind sie. Unsere Runde hat noch einen unschätzbaren Vorteil: Alle Beteiligten wohnen in einem Radius von maximal 5 Gehminuten.

    Das 24:00 Uhr Problem haben wir dadurch entschärft, dass wir einfach früher anfangen;-)
    Ein anderes, ernsthafteres Problem bei uns war, dass sich mit zunehmendem Alter einige Teilnehmer(Damen) über ein gewisses Völlegefühl beklagten, das sich angeblich durch die Aufnahme größerer Mengen an zucker- und fetthaltigen Nahrungsmittel über mehrere Stunden einstelle. Das haben wir jetzt durch die vorbeugende gemeinsame Einnahme von Artischockendragées zum Aperitif gelöst. Die wirken zwar nicht, die Einnahmezeremonie hat aber einen hohen symbolischen Wert!

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    1. Es freut mich zu lesen, dass auch in Eurer Kochrunde der gesundheitliche Aspekt Beachtung findet.

      Auf die Idee mit den Artischockendragées sind wir zwar bislang noch nicht gekommen, aber wir legen großen Wert darauf, nicht zu „Dehydrieren“ und haben darauf unsere Einnahmezeremonie abgestimmt, die dann auch mehrfach stattfindet.

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  3. Also ich finde nicht, dass Du überbezahlt bist :o). Und außerdem möchte ich erwähnen, dass wir bei 180° in Küche, Weinkeller & Co auch sehr schön harmonieren.

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    1. Ja das stimmt mit dem harmonieren. Was ich besonders dann als sehrsehrsehr angenehm empfand, als mir das Salz „ausgerutscht“ ist.

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  4. Gottfried, du wirst bezahlt???
    Aber nicht von uns und wenn du Nebeneinkünfte hast, sind diese laut Praktikantenvertrag bei uns zu beantragen.

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    1. Die Deklaration von Nebeneinkünften wäre nur möglich, wenn Haupteinkünfte erzielt werden. O:-)

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    2. Müssen Einkünfte denn immer montärer Natur sein? Für mich gehören Dinge wie Erfahrungen sammeln, Reife erlangen, am Ruhm teilhaben mindestens genauso dazu...also dann doch Nebeneinkünfte :o)

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    3. Da hast Du Recht! Vor allem mit dem Rum O:-)

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