…bin ich das Amuse!
Haben die Cheffinnen so festgelegt. Und nicht
erschrecken, es ist noch ein bisschen bis Weihnachten. Drum gibt es jetzt auch
noch keine Dekorie!
Aber mit dem Menü fangen wir trotzdem an. Heute! Weil
wir ja sehr serviceorientiert aufgestellt sind und noch genügend Zeit zum Vor- und
Probekochen bleiben soll.
Und natürlich haben wir uns auch so eine Art „Generalthema“
einfallen lassen. Das ist heuer „KuK“. Und da wir davon natürlich nicht
ansatzweise so viel verstehen, wie die Leute von „Mahlzeit! Österreichische
food blogs“ allen voran die hier sehr geschätzte Eline,
verwenden wir nur und ausschließlich Original-Rezepte! Also
Original-Hundertachtziggradrezepte.
Keine Rolle gespielt hat bei unserer Entscheidung
übrigens, dass das Thema so viele schöne Klischees hergibt. Wir werden diese
trotzdem nach Kräften bemühen!
Damit dieses aber nicht zu platt wird, verzichte ich an
dieser Stelle auf jegliches Verlinken auf Sissi und ihre Parodisten. Auch wenn
es mir schwer fällt.
Und wie gerne hätte ich einige Dialoge aus den
einschlägigen Filmen, leicht modifiziert, hier wiedergegeben. Aber ohne den
melodramatischen Singsang der Protagonisten fehlt einfach diese unverwechselbare
morbide Larmoyanz.
Eines habe ich dann doch gefunden:
„Herr Zeremonienmeister, wollen Sie dem Herrn Oberst klar machen, dass er bei Hof keine Fragen zu stellen hat. - Außerdem steht er auf meinem Kleid!“
Und weil so etwas überhaupt nicht zu toppen ist, wende
ich mich nun also meiner eigentlichen Aufgabe zu, die da ist, das Amuse zu sein.
Was den Vorteil hat, noch aus dem Vollen schöpfen zu können.
Drum schnapp ich mir
gleich mal das Wiener Schnitzel.
Wiener Schnitzel von der Räucherforelle mit Kartoffelsalat:
"Schnitzel"
½ Räucherforellenfilet
2 EL Mehl, „Wiener Griessler“ also doppelgriffig
1 Ei
3 EL Panko
Salz
Pfeffer
Cayennepfeffer
Butterschmalz
- Forellefilet in 4 Stücke teilen und im Mehl wenden
- Das Ei mit den Gewürzen verquirlen und die Fischstücke darin eintauchen
- Diese dann im Panko panieren und im heißen Butterschmalz ausbacken.
2 Moor- Siglinde
weil es so morbide klingt, notfalls gehen auch andere Salat- Kartoffeln
Viertel rote Zwiebel
zur Würdigung des letzten österreichischen Monarchen Bruno Kreisky („ich mache gerne Urlaub in Bayern, das ist nicht mehr Österreich und noch nicht Deutschland") müssen es rote Zwiebeln sein
½ TL mittelscharfer Senf
Weißweinessig
100 ml Brühe (Gemüse, Geflügel oder Kalb)
Rapsöl
Salz
Pfeffer
- Kartoffeln kochen, heiß schälen und soweit abkühlen lassen, bis sie geschnitten werden können.
- Inzwischen Zwiebeln in dünne Spalten schneiden und in einem Schuss Öl etwas angehen lassen. Brühe dazugeben und erwärmen.
- Senf, Salz, Pfeffer und Essig verrühren, die Brühe mit den Zwiebeln dazugeben und gründlich verrühren. Dabei etwas überwürzen.
- Die Kartoffeln in nicht zu dünne Scheiben schneiden und mindestens zwanzig Minuten in der Marinade ziehen lassen.
- Anschließend dem Ganzen noch mit etwas Öl Glanz verleihen.
Den Salat auf kleinen Tellern anrichten, jeweils ein
Fischstück darauf setzen, dieses mit einem Klacks Remoulade und einem Zweigchen
Dill versehen.
Und dass mir ja keiner das Thema Garnitur in diesem Zusammenhang unterschätzt!

Hey Gottfried, wo bist Du denn auf die Victorias Secret Ausgabe für Altphilologen gestoßen? :-)
AntwortenLöschenBei K.u.K. fällt mir ja offengestanden außer dem Radetzky-Marsch nicht so viel ein, umso mehr bin ich auf das restliche Menu gespannt. Die Schnitzel von der Räucherforelle sind auf jeden Fall ein guter Einstieg.
Erwähnenswert ist aber vor allem auch Deine Garnitur mit der selbstgemachten Remoulade und dem selbstgezogenen Dill!
Natürlich ist es auch im sehr pietistischen Württemberg nicht gelungen, die gemeine Lüsternheit vollständig auszurotten. Aber bei uns wird das Ganze wenigstens kommunal organisiert. Im Falle der vorkriegszeitlichen Dessous- Ausstellung im städtischen Lapidarium . Und zwar bei freiem Eintritt, was hierzulande ja wichtig ist!
LöschenWobei, viel viel wichtiger: wünsche zu Deinem Geburtstag nachträglich alles Gute und ein ganz spitzenmäßiges neues Lebensjahr!
Gottfried,
AntwortenLöschenein k&k Amuse mit Panko statt "Bresln"? Der Kaiser würde sich im Grab umdrehen!
Ansonsten: "Das hat Er gut gemacht"
Also ich hatte da noch andere Zitate gefunden, wonach Sisi und Franz-Joseph sich an bayerischem Bier erfreuten. Daraus könnte ja eine Weltoffenheit abgeleitet werden, die die Verwendung von Panko rechtfertigt. Aber als Demokrat kann ich auch mit einer postmortalen kaiserlichen Rotation ganz gut leben ;-)
LöschenJa geht denn das? Panko für ein KuK Amuse? Ich beantworte es gleich selbst, klar geht das - Panko geht immer wenn paniert wird - oder?
AntwortenLöschenGut gemacht.
Liebe Grüsse aus Zürich,
Andy
Danke! Auch für den Beistand!
LöschenVon den Grüntönen auf dem Bild bin ich wer beeindruckt!
AntwortenLöschenAber auch sonst: Feine Kleinigkeit!
Grün ist die Hoffnung...
LöschenDa hat doch einer ein s geklaut.
AntwortenLöschenBin natürlich schwer beeindruckt.
ich möchte etwas davon probieren. es sieht so lecker
AntwortenLöschenGerne!
LöschenSehr schönes Amuse, Herr Praktikant! Und so original! Genauso wie der grüne Teppich :o)
AntwortenLöschenDer Teppich scheint ja Eindruck zu machen...
AntwortenLöschenVielleicht soll der Teppich ja auch nur von der barbusigen Dame im ersten Bild ablenken.
AntwortenLöschenSex sells, Herr Praktikant :o)
Mitnichten ist eine Ablenkung beabsichtigt.
LöschenEinfach toll!!
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