Die aktuelle Weinrallye wird von Peter Ladinig aus Kärnten ausgerichtet, und bei dem Thema liegt es ja auf der Hand: er ist Sommelier/Weinberater (er bevorzugt den Begriff Genussberater), Buchautor und Dozent. Auf facebook leitet er eine Gruppe, in der jeder, der Lust hat, aktuelles Sommelierwissen lernen kann, Sommeliers sich untereinander austauschen und der hoffnungsvolle Nachwuchs vor Prüfungen noch mal schnell hineinschaut und nachfragt. Gastronomie und Wein, das eine geht nun mal nicht ohne das andere. Grund genug, die Sache genauer zu untersuchen. Wer Peter live erleben möchte, kann ihn sich hier anschauen - es ist der junge Herr rechts im Bild (oder bei youtube "Sommelier TV "eingeben).
Gastronomie und Wein
ein Drama in fünf Akten und einem Epilog
1. Akt:
Ort der Handlung: Sonntagmittag, Restaurant in einer
Kleinstadt irgendwo in Deutschland
Personen: Familie (Vater, Mutter, Großvater, zwei Kinder),
Kellner
Vater studiert ausgiebig die Speisekarte, man wählt
Tellergerichte. Die Kinder bekommen die altbewährten Klassiker (Kinderteller
Räuber Hotzenplotz: Bockwurst mit Pommes; Teller Biene Maja: Nudeln mit
Tomatensauce – dazu jedes vier Buntstifte und ein kopiertes Ausmalblatt).
Großvater: Wieso haben Sie hier keine Seniorenteller?
Vater: Ich nehme das Gulasch und meine Frau – Schatz, was
möchtest Du?
Schatz: Was Leichtes, das Hühnercurry mit Reis.
Kellner: Und zu trinken? Darf ich Ihnen unsere Weinkarte
bringen?
Vater studiert die in speckigem Kunstleder gebundene
Weinkarte, 4 Seiten, ratlos: Können Sie mir einen empfehlen? - Also die sind
alle gut! - Ach bringen Sie mir bitte lieber ein Bier, für meinen
Schwiegervater auch, meine Frau trinkt ein Wasser – ohne Kohlensäure -, nein
Kinder, es gibt KEINE Cola, bitte 2 x Apfelsaftschorle – das wär's!
- Pils, Kölsch oder Alt? Gezapft oder Flasche?
- zwei Hefeweizen
- In Ordnung! Dankeschön!
Die Familie bekommt umgehend ihre Getränke, nach knapp 10
Minuten ihr bestelltes Essen ("geht ja echt schnell hier") und ist
nach einer guten halben Stunde wieder auf dem Heimweg.
*-*-*
2. Akt
Ort der Handlung: ein stylisch eingerichtetes Bistro,
Innenstadt, in der Nähe von Banken, Versicherungen,Werbeagenturen, Bürogebäuden; Mittagspause
Personen: drei Herren, eine Dame, alle vier im leichten
Businessanzug, hellgrau, dunkelgrau, mit weißem oder hellblauem Hemd, der
Kellner (hauptberuflich Wirtschaftsinformatik 8. Semester), sieht aus wie Jogi
Löw an der Seitenauslinie ohne Schal
Requisiten: Blackberries, iPhones, Tablets, Laptops, eine
Tafel mit dem Tagesangebot
Der Kellner bringt die Speisekarten sowie die Tafel, auf der steht:
Business-Lunch (2 Gänge 11,50€, 3 Gänge 14,50€)
1. Klare Kürbisessenz mit Gemüsejulienne
2. Steak, Pommes frites oder Zucchini im Teigmantel mit Salatbouquet
und Kräuterquark
3. Crème brûlée oder Ziegenkäse mit Honigsenf
0,25 l Wasser, 1 Glas Wein (0,1 l), weiß oder rot, Kaffee
Der Kellner kennt seine Gäste: Business Lunch, wie immer?
Die Gäste nicken.
Herr Murks bekommt alle drei Gänge mit Steak frites, Crème
brûlée und Rotwein. Die Herren Jantzen und Visser nehmen zwei Gänge, Steak und
Dessert, ebenfalls Rotwein, Frau Regler nimmt das Zweigangmenü mit Suppe und Hauptgang aber ohne Quark (Laktoseallergie), Weißwein.
Bei der Bestellung nehmen sie kaum ihren Blick von den
mannigfachen Geräten, während sie sich Wortfetzen zuwerfen oder in ihre
Headsets sprechen. Der Kellner fragt sich manchmal, was Frau Regler wohl für
eine Augenfarbe hat und ob die Gäste bemerken würden, wenn er Weißwein und
Rotwein vertauschte.
*-*-*
3. Akt
Ort der Handlung: ein kleines Restaurant im
Bordelais mit Außenterrasse, insgesamt 10 Tische, Mittagszeit
Personen: Fast noch junges Paar zwischen zwei
Weingutsbesichtigungen, Patron
Requisiten: Speisekarte, Weinkarte, kopiertes DIN 4 –Blatt
mit dem "Menu du Jour" 3 Gänge
inklusive "Notre vin du jour, sélection
du patron, 2003 Vieux Châteu Gaubert, Graves AOC", ein Glas (für 2
Personen eine 0,375 l Flasche) sowie Wasser und café, 17€.
Die Gäste bestellen das Menu mit der halben Flasche Wein,
der Wein wird ihnen präsentiert, geöffnet, in eine kleine Karaffe gegeben. Sie
bitten noch um eine Empfehlung für ein Glas Weißwein als Aperitif. Der Patron
schlägt die Weinkarte auf, es werden etwa 15 verschiedene Weißweine offen
angeboten, er erklärt drei näher, die er den Gästen empfiehlt, allesamt im
unteren und mittleren Preissegment (die Flaschenweine sind alle mit dem Faktor
1,8 bis 2,2 kalkuliert, glasweiser Ausschank nur um Rundungsdifferenzen teurer).
Die Gäste sagen ihm, sie gäben sich ganz in seine Hand und bekommen je ein Glas
2005 Château de Callac, perfekt temperiert.
*-*-*
4. Akt
Ort der Handlung: Die Sportsbar in einem Hotel einer zu
ihrem eigenen Wohl nicht namentlich bezeichneten Kette, abends nach einem
anstrengenden Sitzungsmarathon
Personen: Barkeeper, Geschäftsreisende
Die Geschäftsreisende möchte noch ein wenig vom Fußballspiel
ihrer Lieblingsmannschaft sehen und entspannen (gut, diese beiden Wünschen
stehen oft genug in diametral entgegen gesetztem Verhältnis zueinander, aber
das ist eine andere Geschichte), dazu einfach nur ein Glas Wein trinken, sie
erwartet nichts Besonderes. Sie fragt, ob es eine Weinkarte gibt. Man reicht
ihr die Getränkekarte, sie schlägt die Seite "Wein" auf und liest wie
folgt:
Die Geschäftsreisende entscheidet sich für die erste Position und fragt, welchen Wein man denn ausschenke. Der Barkeeper weiß das nicht so genau, will mal nachsehen und kommt mit einem ziemlich hoch eingeschenkten Glas Weißwein zurück, der irgendwie nicht schlecht ist, etwas zu warm, ein wenig langweilig und der Barkeerper meint noch, das sei wahrscheinlich ein Italiener.
Die Geschäftsreisende entscheidet sich für die erste Position und fragt, welchen Wein man denn ausschenke. Der Barkeeper weiß das nicht so genau, will mal nachsehen und kommt mit einem ziemlich hoch eingeschenkten Glas Weißwein zurück, der irgendwie nicht schlecht ist, etwas zu warm, ein wenig langweilig und der Barkeerper meint noch, das sei wahrscheinlich ein Italiener.
*-*-*
5. Akt
Ort der Handlung: Samstagabend, irgendwo in Deutschland,
vielleicht zwischen Baiersbronn, Bergisch-Gladbach, Bensberg, Heppenheim,
Osnabrück, Dreis oder sonstwo
Personen: Ehepaar, Restaurant-Manager (vulgo: Oberkellner),
diverse ServicemitarbeiterInnen, Sommelier/ère, Chefkoch
Das Ehepaar betritt die geschmackvoll dekorierten
Räumlichkeiten und wird mit herzlicher aber durchaus professioneller
Freundlichkeit empfangen, Mäntel oder Jacken werden vom bereitstehenden zweiten
Kreisläufer an der Servicefront an die Garderobe versorgt; die Gäste werden zum
rechtzeitig (d.h. im Zweifel vor 9 Monaten) reservierten Tisch geleitet. Nach
einer kurzen Weile der Eingewöhnung werden Speise- und Weinkarte gereicht, Erklärungen
zu den einzelnen Gerichten, erste Grüße aus der Küche, die Aperitif- und
Wasserangelegenheiten werden erledigt.
Die Weinkarte hat ungefähr den Umfang des Dortmunder
Telefonbuchs, an nicht wenigen Stellen sind die Ziffern mindestens ebenso lang.
Sie listet eine imposante Menge der renommierten Weine dieser Welt, alte fast
vergessen geglaubte Schätze, Flaschenformate von der Halbflasche bis mindestens
Jeroboam, Weine unbekannter Weingüter und Winzer. Weinliebhaber würden sich
jetzt am liebsten mit einem guten Glas Wein für mindestens zwei Stunden in eine
ruhige Ecke verziehen und nichts anderes tun als Weinkarte lesen, träumen,
schwärmen.
Aber: The show must go on, das Essen wird bestellt, der
Sommelier tritt auf den Plan, berät, welche Weine zum Essen passen, findet mit Erfahrung
und Fingerspitzengefühl heraus, welchen Typ Gast er vor sich hat: Weinafficionado,
Kenner, Etikettentrinker, Testesser, Geschäftspartnernimponierenmüsser, Angstvorderrechnunghaber,
Weinegalseier, Keinenweinhabenwoller –(der bekommt dann eben sein Bier, auch im
Dreisternelokal) Wein/Foodblogger braucht er nicht zu erraten (was allerdings
wegen schussbereiter Kamera/Smartphone kein Problem ist), die geben sich von
allein zu erkennen. Wein und Essen werden individuell und kenntnisreich vermählt,
beim gesetzten Menü wird auch eine glasweise Begleitung zu den einzelnen Gängen
angeboten, was ich nach meiner Erfahrung nur empfehlen kann, bisher habe ich da
immer die spannendsten Entdeckungen gemacht.
Am Ende eines perfekten Abends werden die liebevoll
gebundenen Tagesspeisekarten für die Gäste vom Chefkoch während der üblichen Runde signiert.
Der Sommelier schreibt dazu noch die servierten Weine auf.
Gäste schweben im siebten kulinarischen und vinophilen
Himmel und erzählen noch Jahre von ihren Besuchen in den entsprechenden
Etablissements (Familienspruch: Opa erzählt vom Krieg und Vati vom Wohlfahrt).
Ein guter Sommelier ist die Vollendung perfekter Kochkunst und Gastlichkeit,
mein Lieblingssommelier ist immer noch Stéphane Gass; liebe Magdalena, Peter, Hendrik, Thomas
, Ronny, und alle anderen, nicht böse sein, Euch mag ich natürlich auch.
*-*-*
Epilog
Was ich mir als Gast und Weinliehaber wünsche
Ein Restaurant mit individueller Küche, einem begabten und engagierten Koch, ein kenntnisreicher Sommelier oder zumindest einen oder zwei Mitarbeiter mit Kenntnissen der angebotenen Weine und dem Geschick, diese mit einem Essen zu vermählen.
Was ich mir als Gast und Weinliehaber wünsche
Ein Restaurant mit individueller Küche, einem begabten und engagierten Koch, ein kenntnisreicher Sommelier oder zumindest einen oder zwei Mitarbeiter mit Kenntnissen der angebotenen Weine und dem Geschick, diese mit einem Essen zu vermählen.
Weine zu Preisen kalkuliert, die es mir gestatten, auch mal
eine zweite Flasche und (auf deutsche Klassifikationen bezogen) mehr als nur
die QBA zu bestellen, ohne gleich doppelt so viel zu zahlen wie für's Essen. Dass ich - auch gerne gegen Korkgeld - auch mal meinen eigenen Wein mitbringen kann.
Eine Weinauswahl, die eine Handschrift erkennen lässt, die
interessante Weine bietet und nicht der 70ste Aufguss der everybody's darlings
der Weinwelt ist. Die interessante (und vor allem mehr als drei je Farbe) Weine
im Offenausschank anbietet. Die auch unbekannten Weinen einen Platz einräumt.
Die mehr als nur den Jahrgang und das Anbaugebiet (neben dem Preis) über einen
Wein weiß. Die (mehr) Halbflaschen anbietet. Die bezogen auf einfache Restaurants/Bistros/Kneipen
ordentliche Weine abseits der Supermarktqualitäten listet, das kann im Zweifel
ruhig ein Gutswein aus der Literflasche sein.
Und, um noch einmal auf den Weinberater zurückzukommen: Ich
wünsche mir einen kompetenten Gesprächspartner über Wein, weder arrogant noch
devot, gerne risikofreudig, kenntnisreich, mit Freude an seinem Beruf. Und der
auch zugibt, wenn er etwas nicht weiß oder einen Fehler gemacht hat (niemand kann alles wissen und wer findet den Fehler im Bild unten?), und zwar
ohne diesen "wenn ich das nicht weiß, ist das auch nicht
wichtig"-Blick! Und der mir keinen Mouton Cadet als empfehlenswerten
Bordeaux aufschwatzen will.
![]() |
| Wo ist der Fehler? Und - ICH - hab den nicht gemacht! ;o) |
- das ist im Anbaugebiet Haut-Brion üblich
- Touraine ist eine Rebsorte an der Loire
- Rosé ist immer ein Verschnitt aus Weiß- und Rotwein
- Verschnittweine sind in der Regel minderwertig, deswegen führen
wir keine (mehrere Positionen Bordeaux auf der Karte!)
- Wein aus dem Rheingau ist immer lieblich
- Wein aus dem Rheingau ist immer lieblich
- das ist kein Korkschmecker, das gehört so, der Wein ist
noch jung*
- das ist kein Korkschmecker, das gehört so, der Wein ist
eben schon älter*
*immerhin muss ich zugeben, dass das in zwei
unterschiedlichen Etablissements passiert ist
- ja Sie haben recht, das ist ein Korkschmecker, ich wollte
aber erst mal abwarten, ob Sie das auch so sehen
- der Barolo ist nichts für Sie, nehmen Sie lieber den
Barbaresco (der sich dann als eindeutig überlagert heraus stellte)
- Was ist der XYZ für ein Wein? - Der? Der wird von unseren
Gästen immer gerne getrunken!
- Der Wein ist nicht zu warm, Zimmertemperatur!
Immerhin bezahle ich gerne gutes Geld für diese Leistungen
(ich weiß, das ist heutzutage nicht selbstverständlich) und ich möchte dafür
nicht nur einfach essen und trinken, sondern das
"Rundum-Wohlfühl-Paket" mit Information, Überraschung und Qualität
und für ein paar Stunden alle meine Sorgen, die Unzulänglichkeiten des Alltags
an der Garderobe abgeben.
An dieser Stelle ganz schnell hinterher, es gibt natürlich nicht nur solche, aber wenn ich schon mal meckern darf. Und die weiter oben genannten gehören alle nicht zu der Spezies der uninformierten Uniformierten (obwohl einer der Herren für den Fehler in einer der Weinkarten da oben im Bild verantwortlich zeichnet, man sieht also, Fehler passieren selbst den Besten mal - und nein, keiner soll jetzt raten, wer es war.)
An dieser Stelle ganz schnell hinterher, es gibt natürlich nicht nur solche, aber wenn ich schon mal meckern darf. Und die weiter oben genannten gehören alle nicht zu der Spezies der uninformierten Uniformierten (obwohl einer der Herren für den Fehler in einer der Weinkarten da oben im Bild verantwortlich zeichnet, man sieht also, Fehler passieren selbst den Besten mal - und nein, keiner soll jetzt raten, wer es war.)
Heutzutage, wenn jemand Kritik übt, dann heißt es gleich:
Mach es doch erst mal selber besser. (Blöd, aber das ist so.) Ich bin ja keine
Profi- sondern nur Blog-Sommelière aber
ich tue kaum etwas lieber als kochen, Wein kaufen und zum
Essen den passenden Wein aussuchen. Und ich glaube, sooo schlecht bin ich auch
nicht in dieser Disziplin. Und natürlich muss ich auf wenig Rücksicht nehmen,
höchstens darauf, dass Herr susa ums Verrecken keinen Rosé mag. Und ich überlege
nicht nur welcher Wein zu welchem Essen passt, sondern auch zu welchen
Freunden. Der Freund, der sein Glas mit einem Zug leert wie ein frisch gezapftes
Pils ist sicher mit Cuvée Mythique
oder Vitiano
nicht schlecht bedient, die trink ich dann auch durchaus mit Vergnügen mit. Und
die Freundin, die grundsätzlich jeden Wein mit Wasser verdünnt, weil sie ihn
sonst nicht verträgt, die bekommt einen einfachen deswegen nicht weniger
ordentlichen Riesling aus der Pfalz, aber wenn ebenso Wein verrückte Freunde zum Essen kommen, wie wir es sind,
dann müssen auch immer ein par Kellerschätze serviert werden. Gemeinsam
genossen machen die erst richtig Spaß.
Dann gibt es ein wunderbar zartes Steak, scharfe Möhren mit nicht zu viel Koriander (sonst riecht es wie in einer Waschpulverdose und da kann der beste Wein nicht gegen an) und einfach Kartoffelgratin und das schreit doch nach einem Bordeaux, oder nicht?
Und dazu hole ich aus dem Keller
1998 Château Sociando-Mallet
Haut-Médoc AOC, Bordeaux °°°°
der ist im Moment in einem perfekten Zustand, tiefes Dunkelrot, in der Nase reife dunkle Johannisbeeren, auch erdig wie weicher warmer Waldboden, im Mund reife rote Johannisbeere, Weichselkirsche, Mocca, Bitterschokolade, erdig-mineralisch und ein guter Abgang. Der Wein kann sich als Cru bourgeois durchaus mit einigen fünften und vierten Crus messen, kraftvoll, dicht, noch immer samtiges Tannin, das ihm seine Struktur verleiht und über einen langen Abend ein wunderbares Trinkvergnügen bereitet.
Und, meine Damen und Herren Profis, was hättet Ihr empfohlen?
Hier sind alle Beiträge der 55. Weinrallye im Überblick.
Dann gibt es ein wunderbar zartes Steak, scharfe Möhren mit nicht zu viel Koriander (sonst riecht es wie in einer Waschpulverdose und da kann der beste Wein nicht gegen an) und einfach Kartoffelgratin und das schreit doch nach einem Bordeaux, oder nicht?
Und dazu hole ich aus dem Keller1998 Château Sociando-Mallet
Haut-Médoc AOC, Bordeaux °°°°
der ist im Moment in einem perfekten Zustand, tiefes Dunkelrot, in der Nase reife dunkle Johannisbeeren, auch erdig wie weicher warmer Waldboden, im Mund reife rote Johannisbeere, Weichselkirsche, Mocca, Bitterschokolade, erdig-mineralisch und ein guter Abgang. Der Wein kann sich als Cru bourgeois durchaus mit einigen fünften und vierten Crus messen, kraftvoll, dicht, noch immer samtiges Tannin, das ihm seine Struktur verleiht und über einen langen Abend ein wunderbares Trinkvergnügen bereitet.
Und, meine Damen und Herren Profis, was hättet Ihr empfohlen?
Hier sind alle Beiträge der 55. Weinrallye im Überblick.





Schön geschrieben, der Sociando ist natürlich die perfekte Wahl.
AntwortenLöschenDanke, Marc, *knicksmach
LöschenFehler = Wiltinger Altenberg gibt es nicht
AntwortenLöschen*oups, ja richtig (bzw. falsch)
Löschendann sind sogar zwei Fehler drin, wer findet den anderen?
Gut geschrieben!
AntwortenLöschenDie für mich besten Sommeliers habe ich im "Alinea" und im "Gordon Ramsay" erlebt: junge Männer, die uneitel und unaufdringlich, aber hochwissend und kreativ waren. Und eine ebenfalls blutjunge Sommeliere im "Le Calandre" fiel mir auch durch ihre angenehme, frische Art und unkonventionelle Weinauswahl zu unseren Gerichten aus. Sehr subjektiv, aber ich schliesse daraus, dass die jungere Generation kundenorientierter ausgebildet ist als früher. Ich kann mich in meiner langen Restaurantbesuch-Karriere an viele belehrende und hochnäsige ältere Herren erinnern, besonders in Paris. Und unvergesslich ist mir ein Sommelier in einem berühmten, österreichischen Restaurant: er servierte uns,damals noch jung, aber durchaus weinkundig, die gewählten edlen Weine in billigen Pressgläsern, dem Stammgast am Nebentisch aber den Federspiel in Riedel-Sommelier.
Gläser sind eben überbewertet *gggg.
LöschenDa möchte ich die oben bereits erwähnte Magdalena Brandstätter nochmal loben erwähnen. Sie unterhielt sich zunächst ein wenig mit uns, Herr susa erzählte von seiner Rotweinvorliebe im allgemeinen und Bordeauxbegeisterung im besonderen, sie lächelte und legte eine durchgehende Weißweinbegleitung hin, von der wir heute noch schwärmen. ;-)
Grandioser Artikel. Granz große Klasse - Einfach toll geschrieben. Intelligenter Humor, Fingerspitzengefühl mit einer Message.
AntwortenLöschenDankeschön Susanne
Danke Peter, das Thema liegt halt am Herzen.
LöschenRichtig ist Chateau Granins Grand Poujeaux
AntwortenLöschenhttp://www.chateau-granins.fr/
Liebe Grüße
Lars
Richtig Lars, damit wären die Fehler (soweit ich welche sehe) also gefunden ;o))
LöschenEinen besseren Beleg dafür, warum du anderenorts so sehr vermisst wirst, susa, gibt es nicht. Aber inzwischen dürfte es sich wohl bis zum letzten deiner treuen Fans herumgesprochen bzw. -geschrieben haben, in welch honoriger Gesellschaft (ja, auch der Praktikant!) du hier wieder zu finden bist. Danke für dieses amüsante Lehrstück!
AntwortenLöschenEndlich mal jemand der meine Honorigkeit erkennt. *Dickerschmatzer*
LöschenUnd auch sonst hast Du vollumfassend Recht. Und da sogar von den Cheffinnen unwidersprochen!
Christel, jetzt werd ich gleich rot. Ich freu mich auch immer, wenn wir zwei uns mal wieder lesen.
LöschenGanz herzliche Grüße nach Berlin.
Und, lieber Gottfried, werd Du uns mal nicht übermütig: Sind die 180°-Schürzen gewaschen und gebügelt?
Nu lass ihn auch mal in Ruh, der ist schon in Ordnung der Praktikant.
LöschenHallo Susa,
AntwortenLöschensuper geschrieben und vor allem Danke für den Hinweis mit dem Sociando Mallet 1998 - hatte der Tage eine Flasche ins Trinkregal gelegt und mich gefragt, ob der zwischen all die zu trinkenden Prioatweine passt. Du hast mir die Antwort gleich mitgeliefert... Und danke auch für die Erinnerung an die Weinrallye, da fällt mir wohl auch was zu ein...
Beste Grüße
Torsten "Priorat - Hammer"
Dass Du Dich auch mal zu uns verirrst, lieber Torsten, freut mich besonders und auf Deine Rallyestrecke bin ich schon sehr gespannt.
LöschenSusa, ich verirre mich öfter in deine Bloggefilden als du denkst - als heimlicher, unheimlicher Leser...
LöschenUnd ich lege meinen Link mal hier ab:http://www.torsten-hammer-priorat-guide.com/blog/derpriorathammer/?p=4271
Zugegeben - wenig einfallsreich, einfach nach deinem Schema weiter zu schreiben...
Wie sehr Du mir aus dem Herzen schreibst! „Wie kann jemand so gut kochen und so einen schlechten Wein haben?“ Dachte ich schon oft. Dabei geht es ja gar nicht darum, die Gastwirte zu kritisieren. Eigentlich eher um die Frage wie mehr (Wein) verkauft werden kann.
AntwortenLöschenWobei mir ein Weinhändler schon öfter erzählte, wie vergeblich seine diesbezüglichen Argumentationen sind. Und das obwohl ja offensichtlich ist, dass die Betriebe mit solidem Essensangebot und einer wohlüberlegten Weinauswahl die wirtschaftlich erfolgreicheren sind.
Einen Altenberg gibt es in Wiltingen bestimmt auch. Den gibt es eigentlich an jedem Weinort, der etwas auf sich hält ;-)
... und ich werde jetzt nie mehr erfahren, ob es der Kanzemer Altenberg oder der Wiltinger Braunfels war ...
LöschenAkt 1: Ausmalblätter sind mindestens so gut wie ‚ne Cola, aber 4 Stifte sind definitiv zu wenig, wir hatten immer den großen Faber-Castel dabei, mit 36 Stiften, dafür musste die Tischdeko weichen und den Aperitif musste man in der Hand behalten. Halt, in Akt 1 gibt’s ja niemals einen Aperitiv.
AntwortenLöschenAkt 2: Frau Regler hat graue Augen….eisgrau….controllergrau. (diese Nachricht wurde gesendet mit: Blackberry)
Akt 3: Die Restaurants kenn ich, aber die gibt’s in Deutschland praktisch nicht, nur in Frankreich oder Italien und so. Besonders geheimnisvoll ist aber, dass wenn z.B. ein italienischer Gastwirt nach Deutschland kommt, er sofort sein Weinverhalten an die hiesigen Gepflogenheiten anpasst. Strange.
Akt 4: Das hab ich mich noch nie getraut….Wein in der Sportbar….Respekt!
Akt 5: Stéphane Gass rulez! Spätestens seit einem genialen weißen St. Joseph zu ebenso genialen Rochenflügel in Zimtsauce. Den St. Joseph hab‘ ich mir gekauft, nur den Rochenflügel krieg‘ ich nicht annähernd so hin wie der Meister.
Mit allem anderen hast Du natürlich völlig recht. Ich hoffe, dass der ein oder andere hoffnungsvolle Sommelier das liest und nicht damit beschäftigt ist die 438 autochthonen Rebsorten Georgiens auswendig zu lernen.
... aber ohne die 437 (Du hast wohl schlecht recherchiert,lieber Matthias) autochthonen Rebsorten Georgiens besteht er die Prüfung nicht, kriegt keinen Job,ein Teufelskreis ....
Löschenvon meinem iPhone gesendet
herrlich geschrieben! Danke dafür ! "das gehört so" habe ich auch schon öfter gehört..und: "Der 2009er du Tertre ist auf dem Punkt trinkfertig,mein Herr".ok,ich bin Tanninfresser,aber das kann der Ober doch nicht wissen.
AntwortenLöschenIch bin heilfroh, dass ich so spät hier "reingeschaut" habe,damit ich nicht mehr die Fehler suchen muss..
Ja Axel, von solchen Geschichten können wir alle leider mehr erzählen als uns lieb ist, deswegen freue ich mich oft nach einem Restaurantbesuch auf eine schöne Flasche Wein zu Hause. Ist auch führerscheinschonend. ;o))
LöschenMal wieder ein wundervoller Post von Dir, den ich mit Genuß gelesen habe. Stéphane Gass, ein Sommelier, dessen Empfehlungen ich auch schon folgen durfte.
AntwortenLöschenViele der von Monsieur Gass empfohlenen Etiketten - und noch viel mehr - findet man übrigens bei diesem genialen Weinhändler:
http://www.weine-wuttke.de/
Ein Landsmann von Dir, nicht wahr? Ihr Elsässer versteht es, zu genießen. Übrigens hat er uns erzählt, dass er auch oft auf den Service des bekannten BMW-Tuners zurück greift. ;o))
LöschenEs geht gar nicht (Bar und Geschäftsmann - Fall), dass der Kellner nicht weiß was für Wein der eigentlich ausschenkt, ein no go! Sonst war der Post sehr amüsant!
AntwortenLöschenEs gibt nichts, was es nicht gibt.
LöschenDu hast ja soooo Recht. In Deutschland funktioniert das Prinzip "Guter Wein zu gutem Essen" anscheinend nicht unterhalb der namhaften Gastronomie, schade.
AntwortenLöschenDenn seit unserer kleinen Rundreise innerhalb Frankreichs haben wir gelernt, dass es sehr wohl auch im LAndgasthof und in einem guten, aber unspektakulären Bistro funktionieren kann.
Jetzt weißt Du, weshalb wir da so gerne immer hinfahren (übrigens auch in Südtirol oder in Spanien, Rest-Italien ... etc.). Obwohl man auch da einen Riecher für gutes Essen haben muss und die Sache mit den Routiers inzwischen eher zu den urban legends gehört.
LöschenHallo susa,
AntwortenLöschenwie immer klasse beschrieben. Konnte jeden Akt nachvollziehen. Bin schon gespannt welchen Vergleich ich ziehen kann, wenn ich Mitte Oktober in der Auberge d'Ill speisen darf!
LG
Du wirst es lieben ...
Löschen"Die interessante (und vor allem mehr als drei je Farbe) Weine im Offenausschank anbietet"
AntwortenLöschenAm Samstag an Dich gedacht und ein Pils bestellt...
Auf der Wiesn?
LöschenUm Gottes Willen, ich geh doch nicht am Wochenende auf die Wiesn. Nein, eigentlich so ein ganz nettes Lokal, wenn da nicht die Weinauswahl oder Nichtauswahl gewesen wäre.
Löschen