Freitag, 27. April 2012

Weinrallye #50: "Naturwein"


Nicht zuletzt dank des unermüdlichen Einsatzes von Iris ist die Weinrallye wieder aufgelebt . So kommen wieder viele interessierte Blogleser in den Genuss, zu einem Weinthema ganz unterschiedliche Aspekte bei verschiedenen Autoren kennenzulernen. Natürlich sind wir von Hundertachtziggrad jetzt immer wieder mal gerne dabei, wenn es unser Blogplan erlaubt (bei uns geht ja alles sehr geordnet nach Plan zu, allerdings macht der Praktikant die Pläne …*seufz) und wir müssen nicht mehr zu den Franzosen überlaufen. Das Thema heute ist "Naturwein"  und Gastgeberin ist wiederum Iris.
 

Ich bin ja ein Kind der späten 68er, also eigentlich eher der Mitte-70er, aber noch nah genug dran, um sagen zu können "ich hab's damals selber erlebt" die neue Freiheit, Loslösung von konservativen Wertvorstellungen (vulgo: Establishment), Auflehnung gegen staatliche Instanzen, neue Lebensentwürfe.  "Zurück zur Natur!" Die Landkommune wurde zur angesagten Lebensform und Wohngemeinschaften galten als Keimzellen umstürzlerischer Umtriebe. Wir Kinder aus gutbürgerlichen Haushalten wohnten mit Begeisterung auf einmal in schlecht geheizten und noch schlechter geputzten, nicht selten baufälligen alten Bauernkaten und widmeten uns neben unserem Studium der Aufzucht von ideologisch einwandfreiem Gedankengut ebenso wie von Tomaten, Kartoffeln (auch durchaus Spezies der Cannabaceae) und Kaninchen, die dann – als es drauf ankam – doch niemand schlachten wollte. Gottseidank kam damals Oma vwG zu Besuch, gestählt durch die Erfahrung ihrer dörflichen Herkunft und mehrerer Notzeiten erledigte sie ungerührt und routiniert was zu erledigen war. Und zeigte uns im Garten im Wortsinne "was ne Harke ist". Und während meine Mutter wehklagte und tränenreich prophezeite, dass so aus uns ja nie was werden würde, meinte Oma ungerührt, das bliebe noch abzuwarten. Natürlich hat sie recht behalten, jedenfalls in den allermeisten Fällen.

Damals haben wir uns übrigens auch mit Weinmachen befasst. Im Garten unseres WG-Hauses rankten ein paar Weinreben über die Pergola und außerdem gab es einen üppig tragenden Sauerkirschbaum. Einfachheitshalber hat unser damaliger "Kellermeister" die beiden Früchte gemeinsam vinifiziert, was bedeutete, dass in einem Kellerraum des Hauses Gärkolben, Tonnen und allerlei undefinierbares Zeugs herumstand und es immer wieder interessant roch und  geheimnisvoll blubberte. "Unser Helga", damals Studentin der Biochemie schaute zweifelnd, wann immer sie daran vorbeikam. Der erste gustatorische Test des Mostes war dann auch ein durchschlagender Erfolg, allerdings weniger auf der geschmacklichen Seite. Der Erfolg warf umgehend weitere Probleme auf, wir waren zu zwölft in einem Haus (ständige Gäste nicht eingerechnet), das nur 3 Toiletten hatte (eine im Normalbetrieb ausreichende Anzahl). An den Fortgang der Aktion kann ich mich nicht mehr erinnern, wohl aber daran, dass wir fürderhin wieder unseren Wein in einem Laden bei einem Gesinnungsgenossen kauften, Literflaschen Vin du Pays du Gard, 24 Stück  in Plastikpfandkästen.


Heute ist "Natur" salonfähig geworden, die Bauernkaten sind liebevoll und aufwändig renoviert und zieren die Cover einschlägiger Architekturzeitschriften, Biolebensmittel boomen und die Bioläden haben sich von etwas schmuddeligen Getreidequetschstuben mit angegammeltem Gemüse zu hellen, freundlichen und einladenden Einkaufsstätten entwickelt. "Natur" boomt, "Bio" boomt und ist inzwischen eine gut funktionierende Maschinerie vom Demeterhof bis zur  Bio-Agrar-Industrie, mit allen Facetten, inklusive schwarzer Schafe. Die Sehnsucht nach "Natur" ist weit verbreitet. Angesichts von Umweltverschmutzung, Klimakatastrophe, zusammenbrechenden Finanzmärkten, unsicherer Arbeitsplätze, Lebensmittelskandalen, Massentierhaltung etc. ist die Sehnsucht nach "Natur" Ausdruck der Sehnsucht nach einer heilen Welt, nach natürlicher Ordnung, Gesundheit, Wohlbefinden, Frieden, Harmonie, aber – eine Utopie, das moderne Topos für Paradies. Das Bedürfnis nach unbelasteten Lebensmitteln geht in manchen Fallen übrigens soweit, dass es schon krankhaft ist und eine Sucht darstellt, die Orthorexia nervosa .

Aus der Landkommunenphase sind wir ja auch lange genug raus. Der Hofladen, in dem ich mein Gemüse kaufe, kann es mit jedem Markt aufnehmen, ich weiß wo ich Biofleisch, unbelastete Milch und fair gehandelten Kaffee bekomme und ich versuche mein Einkaufverhalten bewusst zu gestalten, ohne gleich zum Dogmatiker zu werden. Lieber ordentliche Qualität aus regionaler Erzeugung als Bio um jeden Preis und dafür 20 km durch die Gegend fahren oder das Produkt musste zu Lande, zu Wasser oder durch die Luft zu mir befördert werden. Ein sehr lesenwerter Artikel zu dieser Thematik findet sich übrigens bei Arthurs Tochter "Von der Moral".

Nun wäre es allerdings ein Wunder, wenn der Wein von diesen Zeiterscheinungen vollkommen unberührt bliebe. Nicht wenige Weintrinker erwarten auch von ihrem Lieblingsgetränk mindestens ökologische Unbedenklichkeit. Auch hier wird nicht selten vereinfachend die Gleichung aufgemacht "Naturwein, Biowein gut = konventionell erzeugter Wein schlecht", Spontis gegen Zuchthefen, Amphoren gegen Holzfässer, Schwefel ist vom Teufel und deswegen zur Hölle damit!

Vor noch gut 15 Jahren hat mir ein französischer Winzer bei einem Besuch seines Guts erzählt, dass er absolut nachhaltig arbeitet und seine Arbeit durchaus biodynamischen Vorgaben entspräche, und so hätten auch schon all die, ich weiß jetzt nicht genau wie viele, Generationen vor ihm gearbeitet. Er hüte sich aber, das zu thematisieren oder gar in seinen Châteauflyer zu schreiben, weil er befürchte, dass das seine Kunden eher abschrecke. Die Gleichung "Biowein = ungenießbare langweilige Plörre" war zu der Zeit nicht nur in den Köpfen der Franzosen einigermaßen verankert. Heute ist "Bio"/"Natur" ein unschlagbares Marketingargument und  in Frankreich ziert das AB-Logo (auch dank staatlicher Unterstützung) immer mehr Flaschen.

Wer sich hierzulande tapfer (ich hab mal damit angefangen) durch das in Bioläden oder Biosupermärkten gängige Weinsortiment trinkt, kann auch heute noch diesen Eindruck gewinnen, dass der Bioweinerzeuger sich mit Hornbrühe vielleicht besser auskennt als mit Wein. Eine Schnittmenge mit den allgemein in der Weinwelt als Erzeuger von Bio- oder Naturweinen bekannten Produzenten ist schlicht nicht vorhanden und eine Probe beweist einmal mehr schlagend einen anderen Spruch von Oma vwG, den sie gerne und oft anwendete "Das Gegenteil von gut ist nicht schlecht, sondern gut gemeint!". Ja, so ist das. Diese Weine wirken bemüht aber nicht begeisternd. Dafür gibt es im normalen Weinhandel eine immer größere Anzahl wunderbarer und spannender Weine, die aus nachhaltiger Erzeugung stammen, mit oder ohne Zertifikat einschlägiger Organisationen. Für die weinverrückten Kunden ist Naturwein oder Biowein nur ein Kriterium von vielen, um eine Kaufentscheidung herbeizuführen. Niemand von ihnen würde ernsthaft in Erwägung ziehen, einen Wein zu kaufen, der zwar unter Berücksichtigung sämtlicher Nachhaltigkeitsgrundsätze erzeugt wäre, aber dafür nicht schmeckt, unharmonisch ist und beispielsweise wegen fehlender Schwefelung nach kürzester Zeit zu Essig würde.

Ich will mich jetzt gar nicht auf das große Glatteis einer Definition von "Naturwein" begeben, mit oder ohne Abgrenzung zu Biowein. Für letzteren gibt es je nach Label eindeutige Spezifikationen, die von der jeweils zuständigen Institution herausgegeben und überwacht werden. Für den anderen nicht. Der andere bildet mit Sicherheit eine Schnittmenge mit den Bioweinen und weist darüber hinaus je nach Engagement und Sichtweise seines Erzeugers weitere Merkmale auf. Und noch weniger möchte ich mich an die Frage wagen, ob Natur/Bioweine die besseren Weine seien. Das hat für mich was von das sein muss, was sein soll, weil nicht sein kann was nicht sein darf, nämlich dass auch konventionell oder weniger streng nachhaltig erzeugter Wein das Zeug zum Paradies auf Erden haben kann.

Beiden Spezies, dem Bio- und dem Naturwein ist gemeinsam, dass ihre Erzeuger sich sehr intensiv mit einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Weinproduktion beschäftigen, dass sie sich sorgfältig mit dem Boden, den Pflanzen, dem Klima, der Umwelt auseinandersetzen und dass ihr Ziel ist, einen möglichst unbelasteten "natürlichen" Wein zu offerieren. Allen, die ich kennenlernen durfte, ist ein tiefes und glaubhaftes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur und ihren Ressourcen gemeinsam, für eine Welt, die sie der nächsten Generation so unbelastet wie möglich überlassen und eventuellen Raubbau einer fortschrittsgläubigen Elterngeneration wieder rückkgängig machen wollen. Generationsübergreifendes Denken und Handeln  ist Angehörigen agrarischer Berufe (und in diesem Segment bewegen wir uns beim Weinbau, auch wenn LVMH das sicher nicht so sieht) viel selbstverständlicher als beispielsweise in der Industrie, wo  Profit, Return on Investment und Shareholder Value (meine höchstpersönliche betriebswirtschaftliche Hassvokabel) im Vordergrund steht. Nicht falsch verstehen, auch Winzer müssen rechnen und Weingüter sind kein Hort der Seligen sondern Wirtschaftsunternehmen.

Darüber hinaus ist "Naturwein" natürlich ein Etikettenschwindel, denn Wein an sich ist kein natürliches Produkt, sondern ein durch Eingriffe in natürliche Prozesse entstandenes, je nach Sichtweise und Zielsetzung des Erzeugers massivere oder schonendere. Da beißt die Maus kein Faden ab. So gesehen ist jeder Wein ein Naturwein solange das Ausgangsprodukt von der Natur gelieferte Trauben sind. Das Gegenteil wäre dann ein Kunstwein, das wäre ein Getränk aus dem Chemielabor, das ohne Trauben auskäme (so wie Honig und Kunsthonig). Was natürlich nicht bedeutet, dass es dann doch eh wurscht ist, im Gegenteil. Als Definitionsangebot nehme ich das von Iris, die Iris mit dem unvergessenen Kalendertürchen hier auf 180° "... alles, was ausgehend von chemiefreien Trauben aus ökologisch bearbeiteten Weinbergen dann auch im Keller möglichst ohne die möglichen (und üblichen ...) hunderte von zugelassenen Zusatzstoffe auskommt …", wobei das natürlich auch mehr oder weniger für "Biowein" und das Selbstverständnis seines Erzeugers gilt, immerhin muss ja nicht zwingend jeder der genannten hunderten Zusatzstoffen in den Wein gegeben werden, nur weil es gesetzlich zulässig ist.

Darüber hinaus bietet das Thema noch Anlass für kontroverse Diskussionen und der Anspruch, den der verantwortungsvolle Kunde hat, kann vom Erzeuger oft gar nicht wirklich erfüllt werden. Vieles wird auch eher deswegen so vehement propagiert, weil es einem romantischen Bild von heiler Welt und Ursprünglichkeit entspricht, und mit der Flasche Naturwein kaufen wir uns ein bisschen davon. Ist Handlese grundsätzlich besser als Maschinenlese (ob nun ein Trecker Kraftstoff verbraucht oder 20 Erntehelfer mit ihren PKWs auf dem Weg zur Arbeit, wo ist der Unterschied? und wer will den handgelesenen Tafelwein dann bezahlen?). Korkverschluss wird neben der TCA-Problematik auch deswegen verdammt, weil dafür die Korkeichenwälder extensiv genutzt werden, aber Barriques gelten als natürlich, wo doch für Holzchips wesentlich weniger Bäume gefällt und Hölzer durch die Welt transportiert werden müssen. Man sieht, so einfach ist das alles nicht.

Genug der Theorie und Jugenderinnerungen, kommen wir mal zum Wein, wird Zeit, dass wir was ins Glas bekommen, meine Kehle ist schon ganz trocken. Der Wein, den ich jetzt vorstelle ist ein Naturwein ganz nach der obigen Iris'schen Definition.


Weingut Peter Jakob Kühn
(C) Weingut Kühn, Oestrich-Winkel
Meine erstes bewusstes Zusammentreffen mit einem nachhaltig arbeitenden Winzer, damals noch in der Vorstufe zur Biozertifizierung (inzwischen erfolgreich abgeschlossen), war im Winter 2008 bei einem Besuch bei Peter-Jakob Kühn im Rheingau. Kühn sieht eigentlich gar nicht so aus, wie man sich einen biodynamisch streng nach anthroposophischen Regeln arbeitenden Winzer vorstellt, er strahlt weder die etwas abgehobene Intellektualität oder das Charisma eines Nicolas Joly oder eines Alois Lageder  aus, er ist kein Öffentlichkeitswinzer wie Heymann-Löwenstein, die alle auf ihre eigene unverwechselbare Art mit und in der Natur arbeiten. Kühn sieht genauso aus wie man sich einen Winzer aus Oestrich-Winkel vorstellt, ortsverbunden, gradlinig, von großer Ernsthaftigkeit und einem hohen Maß an schelmischem Humor, also ziemliches Understatement.

Peter Jakob Kühn im Weinberg
(C) Weingut Kühn, Oestrich-Winkel
Zum ersten Mal hörte ich, wieso es wichtig ist, die Rebflächen mit genau ausgewählten Pflanzen zu begrünen, damit der richtige Nährstoffmix in den Boden gelangt und die Reben genügend Abwehrkräfte gegen ihre natürlichen Feinde ob Insekt- oder Pilzbefall entwickeln können. Und dass zu jedem Zeitpunkt der Pflanzenreife ein anderes Heilkraut als Spritz- oder Düngemittel zum Einsatz kommt. Spontanvergärung versteht sich von selbst und das muss man können, da braucht man Erfahrung, man muss seine Trauben, seinen Keller kennen, damit aus der Arbeit der natürlichen Hefen keine unkontrollierbare Reaktion entsteht (wie ich bei oben erwähntem Trauben-Sauerkirsch-Experiment erleben durfte). Und dann war da noch eine Vokabel, die Kühn immer wieder benutzte, "Ruhe". Ob es darum ging, den Pflanzen ihre Zeit und Ruhe zur Entwicklung zu lassen oder ob es um Kellerarbeit ging, bei der mit möglichst wenig Eingriffen der Wein in Ruhe reifen kann. Diese Ruhe strahlt Kühn auch persönlich aus, wenn er spricht, wenn er seine Weine erklärt oder vom Wetter erzählt.

Jetzt frag mich keiner frei nach Goethe, wie er es mit dem Schwefel hält, an dem sich ja die kritischen Geister scheiden, weil selbst große Anhänger nachhaltiger Arbeitsweise die Ansicht vertreten, dass es ganz ohne nicht gehe und andere wiederum (Achtung! Wortspiel!) kühn und konsequent darauf verzichten. Ich weiß es nicht, ich hab nicht gefragt. Allerdings experimentiert er auch mit Amphorenwein, den ich damals auch verkosten durfte, der wird komplett ungeschwefelt abgefüllt, das hat er gesagt. Ich habe aber inzwischen in meinem Weinleben schon so manchen ungeschwefelten Wein getrunken und die allermeisten haben mir nach ein paar Jahren alles andere als Spaß gemacht, allen voran die eigentlich so faszinierend schönen Chardonnays von Boyer-Martenot, an denen der gute Yves scheint's immer nur anstandshalber ein bisschen mit dem Schwefel vorbeiläuft (très légèrement sulfurisé waren seine Worte, als wir sein Gut besuchten).

Beim Verkosten in der wunderbaren Kühnschen Probierstube mit dem Quarzitboden haben mich dann diese knochentrocken ausgebauten Rieslinge fasziniert, die ein so wunderbares Aromenspiel, eine geschliffene Eleganz und eine große Klarheit haben, fast ist man geneigt, Wahrheit zu schreiben. Wer meint, Zucker müsse als Geschmacksträger dabei sein, hier wird er eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Wenn man mich fragt, welcher mir den am besten gefallen hat, dann fällt mir die Antwort schwer und ich schwanke immer zwischen Doosberg und St. Nikolaus. Im Moment und schon seit einiger Zeit ist der St. Nikolaus mein Favorit. Kühn selber, so hatte ich den Eindruck, zieht den Doosberg um einen Hauch vor.

Von meinem damaligen Besuch ist inzwischen nur noch eine Flasche übrig geblieben

2007 St. Nikolaus
P. J. Kühn, Rheingau
°°°  
(dafür sind aber Folgejahrgänge dazu gekommen und wir haben schon beschlossen, uns recht bald wieder mit Kühn-Weinen einzudecken) und wie das mit letzten Flaschen so ist, fragt man sich immer, wann wohl der perfekte Augenblick zum Genuss ist (zweckdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen). Beim letzten Mal vor etwa einem Dreivierteljahr war er eigentlich schon perfekt. Die Farbe ein klares Goldgelb, in der Nase zunächst dieser kleine etwas schweflige Stinketon, den spontan vergorene Weine gerne mal zeigen, der sich aber nach einiger Zeit an der Luft verflüchtigt, dann klares kräftiges Mineral, dazu Kernobst und eine zarte florale Note. Am Gaumen dann wunderbar fest und straff, Pfirsich und Grapefruit, Mandeln, Gewürze vor allem Majoran und Wacholder; Herr susa meinte auch ein wenig Lakritz zu schmecken, da sind wir uns nicht ganz einig geworden; ein guter Abgang, die Aromen wunderbar zusammenfassend.

Auch wenn es schon länger her ist, dass ich den Wein getrunken habe, das sind Weine, die prägen sich ein, die liegen einem auf der Zunge und bleiben in Erinnerung, der wunderbare Duft, die Kühle, die Kraft.

So muss Wein sein!


Zum Schluss möchte ich Frau Angela Kühn noch einen ganz herzlichen Dank sagen, dass sie mir gestattet hat, mich an den Bildern der Kühnschen Webseite zu bedienen; meine eigenen damals geschossenen sind leider nicht sehr vorzeigbar, bis auf vielleicht das hier von der Kühnschen Katze im Lenchen, das gleich neben Kühns Gut liegt.


Kommentare:

  1. Großartiger Post. Sehr gerne gelesen! Informativ, undogmatisch, lustig und einfach gut. Das Beste: Winzer Kühn ist quasi um die Ecke. Da fahr' ich glatt mal hin (oder radel besser?)

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    1. Auf dem Fahrrad kannst Du natürlich nicht so viel Wein transportieren, aber ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

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  2. Echt? Du hast mal wein aus Plastikflaschen getrunken? Nicht zu glauben! :o)

    Und wenn ich das richtig verstehe, dann ist das Weingut Kühn also eines derer, die wir bei unserem Exkurs ins Rheingau uuuuuunbedingt besuchen sollten?

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    1. pffff Plastikflaschen, so was hatten wir damals noch gar nicht. PlastikpfandKÄSTEN, so ähnlich wie Mineralwasserkästen, ein bei französischen Kooperativen beliebtes Gebinde.
      Und Kühn - un_be_dingt!

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    2. Ach sooooo!! Stimmt, jetzt seh ich es auch. Hab ich vorhin falsch gelesen...kann ja mal vorkommen bei sooooo vielen Wörtern :o)))

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  3. Danke für diesen spannenden und lehrreichen Beitrag! Die Steine neben der Flasche sind esotrisch, nehm ich an? ;-)

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    1. Oh Mann, merk ich ja jetzt erst, habe in dem Arrangement das levitierte Wasser vergessen. Das gibt jetzt schlechtes Karma und drei Wochen lausigen Sex.

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  4. Grins…

    Als Jugendlicher hatten die besagten „Landkommunen“ eine ausgeprägte Anziehungskraft auf mich, weil die Jungs viel cooler und Mädchen noch viel cooler und attraktiver ;-) waren, als die gewohnten spießbürgerlichen Langeweiler. Mein Vater hatte viel Mühe, seine Vorurteile nicht als solche offensichtlich werden zu lassen; meine Mutter hat es erst gar nicht versucht.

    Allerdings muss ich zugeben, dass mir nicht erinnerlich ist, dass Genuss im Zusammenhang mit Essen und Trinken, jemals ein Thema gewesen wäre. Da könnte vielleicht eine Ursache für die Ressentiments in Sachen „Biowein“ liegen.

    Den inzwischen völlig unbegründeten! Sicher auch dank des geschätzten Herrn Kühn.

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    1. Das mit dem Genuss hat wirklich gedauert, was gut schmeckte war verdächtig reaktionär. *ggg Aber wenn ich manchmal ein paar Tropfen des braunen Unaussprechlichen in den Gemüsetopf geschmuggelt hab, gab es weitaus weniger Reste.

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    2. Das heißt ja, für unsere 180° Kommune bist Du bestens vorbereitet :o)

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  5. einer der besten Artikel zu diesem Thema !

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  6. Robert, danke *rotwerdevorstolz

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  7. Sehr schön, viel zu lesen aber trifft den Nagel auf den Kopf. Susa, wenn du mal in Rente gehst, legst du dir doch sicher einen Weinberg zu,oder?!
    Gruß Ulla

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    1. Nix da, dann könnte ich doch nie mehr mit der unbeleckten Arroganz der Außenstehenden den Winzern erklären, wie sie ihren Job machen müssen (eine Lieblingsbeschäftigung Heilsuchender auf dem Lande *ggg)

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  8. es wäre schön, wenn Frankreich's Regierung die "conversion" zu AB unterstützen würde, ist aber leider nicht der Fall.....Wir haben gerade zusammen mit ein paar Schweizern im Luberon Wenberge gekauft, die sonst zu grünen Rasenflächen des neuen Mas von protzigen Belgiern geworden wären.

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  9. wunderschön, und so richtig viel zu lesen, ganz, wie ich es liebe:-)...und der Omaspruch (bei uns heißt der "das Gegenteil von Kunst ist gut gemeint....") gehört auch bei meiner Beurteilung von Naturweinen zum Standartrepertoire (auch wenn ich es in Anwesenheit des hoffnungsvollen Jungwinzers nicht immer ausspreche - und natürlich noch weniger in Anwesenheit seiner Fans....)- vieles ist eben auch Geschmacksache....und über den kann man ja bekanntlich nicht sinnvoll mit jedem streiten (da soll's ja eine ganze eigene Kultur für geben...)...

    Was die Landkomunen angeht, so hab ich die in Deutschland glatt verpasst, in der Zeit hab ich brav studiert und war daneben (und zwischen allen Stühlen, sprich CDS und SDS) als unabhängige Einparteienfrau im Asta aktiv...und im Studentenwohnheim gab's unsäglichen Valpollicella aus 2 Liter Flaschen, was wohl erklärt, warum ich erst nach meiner Übersiedlung nach Frankreich zum Wein (und auch vorübergehend in eine WG) gefunden habe...aber ich wollte ja hier nicht meine Lebensgeschichte erzählen, auch wenn Dein Beitrag so viele Erinnerungen weckt... Der Herr Kühn entsprichtübrigens voll dem Bild der guten, langjährigen Biowinzer, die ich aus Frankreich kenne, wie Frick aus dem Elsass oder Pierre Overnoy aus dem Jura, die brauchen keine werbewirksamen Outfits, um glaubhaft zu sein, die machen einfach und das meist schon sehr lange..auch ohne Schwefel, da wo's geht....

    So und jetzt Schluss, irgendwann heute muss ich ja auch noch meinen eigenen Beitrag schreiben...

    ach so, und da seh ich noch den Kommentar von Bolli: natürlich gibt's auch für die Umstellung auf Bioanbau Subventionen, im Rahmen der PAC - wenn Deine Freunde als Landwirte in der Bauernkasse (MSA) eingeschrieben sind, sollten sie sich mal erkundigen. Man braucht dafür aber die Belege, dass man auch schon seinen Beitrag bei Ecocert oder einem der anderen Biokontrollvereine bezahlt hat...

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    1. Ach Iris, ich sehe schon, wir haben uns viel zu erzählen ;o)

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  10. Wir sind ja hier ganz entre nous, oder?
    Für mich der schönste und beste Beitrag der Ralley! Danke dafür!

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  11. Herr susa bittet um folgende Ergänzung: Es sei geradezu unverzeihlich, dass ich in diesem Artikel seinen persönlichen Kühn-Lieblings vollkommen unterschlagen habe, den Riesling R, der sich in der Tat durch eine faszinierende Mineralität auszeichnet. Das ginge nicht!

    Also: Wer sich gar nicht zwischen Doosberg und Nikolaus entscheiden kann, der nehme den R

    oder alle drei ;o))

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