Nicht zuletzt dank des unermüdlichen Einsatzes von Iris ist die Weinrallye wieder aufgelebt
. So kommen wieder viele interessierte Blogleser in den Genuss, zu einem
Weinthema ganz unterschiedliche Aspekte bei verschiedenen Autoren
kennenzulernen. Natürlich sind wir von Hundertachtziggrad jetzt immer wieder mal gerne
dabei, wenn es unser Blogplan erlaubt (bei uns geht ja alles sehr geordnet nach
Plan zu, allerdings macht der Praktikant die Pläne …*seufz) und wir müssen nicht mehr
zu den Franzosen überlaufen. Das Thema heute ist "Naturwein" und Gastgeberin ist wiederum Iris.
Damals haben wir uns übrigens auch mit Weinmachen
befasst. Im Garten unseres WG-Hauses rankten ein paar Weinreben über die
Pergola und außerdem gab es einen üppig tragenden Sauerkirschbaum.
Einfachheitshalber hat unser damaliger "Kellermeister" die beiden
Früchte gemeinsam vinifiziert, was bedeutete, dass in einem Kellerraum des
Hauses Gärkolben, Tonnen und allerlei undefinierbares Zeugs herumstand und es
immer wieder interessant roch und
geheimnisvoll blubberte. "Unser Helga", damals Studentin der
Biochemie schaute zweifelnd, wann immer sie daran vorbeikam. Der erste
gustatorische Test des Mostes war dann auch ein durchschlagender Erfolg,
allerdings weniger auf der geschmacklichen Seite. Der Erfolg warf umgehend
weitere Probleme auf, wir waren zu zwölft in einem Haus (ständige Gäste nicht
eingerechnet), das nur 3 Toiletten hatte (eine im Normalbetrieb ausreichende
Anzahl). An den Fortgang der Aktion kann ich mich nicht mehr erinnern, wohl
aber daran, dass wir fürderhin wieder unseren Wein in einem Laden bei einem
Gesinnungsgenossen kauften, Literflaschen Vin du Pays du Gard, 24 Stück in Plastikpfandkästen.
Heute ist "Natur" salonfähig geworden, die
Bauernkaten sind liebevoll und aufwändig renoviert und zieren die Cover
einschlägiger Architekturzeitschriften, Biolebensmittel boomen und die Bioläden
haben sich von etwas schmuddeligen Getreidequetschstuben mit angegammeltem
Gemüse zu hellen, freundlichen und einladenden Einkaufsstätten entwickelt.
"Natur" boomt, "Bio" boomt und ist inzwischen eine gut
funktionierende Maschinerie vom Demeterhof bis zur Bio-Agrar-Industrie, mit allen Facetten,
inklusive schwarzer Schafe. Die Sehnsucht nach "Natur" ist weit
verbreitet. Angesichts von Umweltverschmutzung, Klimakatastrophe,
zusammenbrechenden Finanzmärkten, unsicherer Arbeitsplätze,
Lebensmittelskandalen, Massentierhaltung etc. ist die Sehnsucht nach
"Natur" Ausdruck der Sehnsucht nach einer heilen Welt, nach
natürlicher Ordnung, Gesundheit, Wohlbefinden, Frieden, Harmonie, aber – eine
Utopie, das moderne Topos für Paradies. Das Bedürfnis nach unbelasteten
Lebensmitteln geht in manchen Fallen übrigens soweit, dass es schon krankhaft
ist und eine Sucht darstellt, die Orthorexia nervosa .
Aus der Landkommunenphase sind wir ja auch lange genug raus.
Der Hofladen, in dem ich mein Gemüse kaufe, kann es mit jedem Markt aufnehmen,
ich weiß wo ich Biofleisch, unbelastete Milch und fair gehandelten Kaffee bekomme
und ich versuche mein Einkaufverhalten bewusst zu gestalten, ohne gleich zum
Dogmatiker zu werden. Lieber ordentliche Qualität aus regionaler Erzeugung als
Bio um jeden Preis und dafür 20 km durch die Gegend fahren oder das Produkt
musste zu Lande, zu Wasser oder durch die Luft zu mir befördert werden. Ein
sehr lesenwerter Artikel zu dieser Thematik findet sich übrigens bei Arthurs
Tochter "Von der Moral".
Nun wäre es allerdings ein Wunder, wenn der Wein von diesen Zeiterscheinungen
vollkommen unberührt bliebe. Nicht wenige Weintrinker erwarten auch von ihrem
Lieblingsgetränk mindestens ökologische Unbedenklichkeit. Auch hier wird nicht selten
vereinfachend die Gleichung aufgemacht "Naturwein, Biowein gut =
konventionell erzeugter Wein schlecht", Spontis gegen Zuchthefen, Amphoren
gegen Holzfässer, Schwefel ist vom Teufel und deswegen zur Hölle damit!
Vor noch gut 15 Jahren hat mir ein
französischer Winzer bei einem Besuch seines Guts erzählt, dass er absolut
nachhaltig arbeitet und seine Arbeit durchaus biodynamischen Vorgaben entspräche,
und so hätten auch schon all die, ich weiß jetzt nicht genau wie viele,
Generationen vor ihm gearbeitet. Er hüte sich aber, das zu thematisieren oder
gar in seinen Châteauflyer zu schreiben, weil er befürchte, dass das seine
Kunden eher abschrecke. Die Gleichung "Biowein = ungenießbare langweilige
Plörre" war zu der Zeit nicht nur in den Köpfen der Franzosen einigermaßen
verankert. Heute ist "Bio"/"Natur" ein unschlagbares
Marketingargument und in Frankreich ziert das AB-Logo (auch dank staatlicher Unterstützung) immer mehr Flaschen.
Wer sich hierzulande tapfer (ich hab mal damit
angefangen) durch das in Bioläden oder Biosupermärkten gängige Weinsortiment
trinkt, kann auch heute noch diesen Eindruck gewinnen, dass der Bioweinerzeuger
sich mit Hornbrühe vielleicht besser auskennt als mit Wein. Eine Schnittmenge
mit den allgemein in der Weinwelt als Erzeuger von Bio- oder Naturweinen
bekannten Produzenten ist schlicht nicht
vorhanden und eine Probe beweist einmal mehr schlagend einen anderen Spruch von Oma vwG,
den sie gerne und oft anwendete "Das Gegenteil von gut ist nicht schlecht,
sondern gut gemeint!". Ja, so ist das. Diese Weine wirken bemüht aber nicht
begeisternd. Dafür gibt es im normalen Weinhandel eine immer größere Anzahl
wunderbarer und spannender Weine, die aus nachhaltiger Erzeugung stammen, mit
oder ohne Zertifikat einschlägiger Organisationen. Für die weinverrückten
Kunden ist Naturwein oder Biowein nur ein Kriterium von vielen, um eine
Kaufentscheidung herbeizuführen. Niemand von ihnen würde ernsthaft in Erwägung
ziehen, einen Wein zu kaufen, der zwar unter Berücksichtigung sämtlicher Nachhaltigkeitsgrundsätze
erzeugt wäre, aber dafür nicht schmeckt, unharmonisch ist und beispielsweise wegen
fehlender Schwefelung nach kürzester Zeit zu Essig würde.
Ich will mich jetzt gar nicht auf das große
Glatteis einer Definition von "Naturwein" begeben, mit oder ohne
Abgrenzung zu Biowein. Für letzteren gibt es je nach Label eindeutige
Spezifikationen, die von der jeweils zuständigen Institution herausgegeben und
überwacht werden. Für den anderen nicht. Der andere bildet mit Sicherheit eine
Schnittmenge mit den Bioweinen und weist darüber hinaus je nach Engagement und
Sichtweise seines Erzeugers weitere Merkmale auf. Und noch weniger möchte ich mich an die Frage wagen, ob Natur/Bioweine die besseren Weine seien. Das hat für mich was von das sein muss, was sein soll, weil nicht sein kann was nicht sein darf, nämlich dass auch konventionell oder weniger streng nachhaltig erzeugter Wein das Zeug zum Paradies auf Erden haben kann.
Beiden Spezies, dem Bio- und dem Naturwein ist gemeinsam, dass ihre Erzeuger sich
sehr intensiv mit einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Weinproduktion
beschäftigen, dass sie sich sorgfältig mit dem Boden, den Pflanzen, dem Klima, der Umwelt auseinandersetzen und dass ihr Ziel ist,
einen möglichst unbelasteten "natürlichen" Wein zu offerieren. Allen,
die ich kennenlernen durfte, ist ein tiefes und glaubhaftes
Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur und ihren Ressourcen gemeinsam,
für eine Welt, die sie der nächsten Generation so unbelastet wie möglich
überlassen und eventuellen Raubbau einer fortschrittsgläubigen Elterngeneration wieder rückkgängig machen wollen. Generationsübergreifendes Denken und Handeln ist Angehörigen agrarischer Berufe (und in
diesem Segment bewegen wir uns beim Weinbau, auch wenn LVMH das sicher nicht so
sieht) viel selbstverständlicher als beispielsweise in der Industrie, wo Profit, Return on Investment und
Shareholder Value (meine höchstpersönliche betriebswirtschaftliche Hassvokabel) im Vordergrund steht. Nicht falsch verstehen, auch Winzer müssen rechnen und Weingüter sind kein Hort der Seligen sondern Wirtschaftsunternehmen.
Darüber hinaus ist "Naturwein"
natürlich ein Etikettenschwindel, denn Wein an sich ist kein natürliches
Produkt, sondern ein durch Eingriffe in natürliche Prozesse entstandenes, je
nach Sichtweise und Zielsetzung des Erzeugers massivere oder schonendere. Da
beißt die Maus kein Faden ab. So gesehen ist jeder Wein ein Naturwein solange das Ausgangsprodukt von der Natur gelieferte Trauben sind. Das Gegenteil wäre dann ein Kunstwein, das wäre ein Getränk aus dem Chemielabor, das ohne Trauben auskäme (so wie Honig und Kunsthonig). Was natürlich nicht bedeutet, dass es dann doch eh wurscht ist, im Gegenteil. Als Definitionsangebot
nehme ich das von Iris, die Iris mit dem unvergessenen Kalendertürchen hier auf 180° "... alles, was ausgehend von chemiefreien Trauben
aus ökologisch bearbeiteten Weinbergen dann auch im Keller möglichst ohne die
möglichen (und üblichen ...) hunderte von zugelassenen Zusatzstoffe auskommt …",
wobei das natürlich auch mehr oder weniger für
"Biowein" und das Selbstverständnis seines Erzeugers gilt, immerhin muss ja nicht zwingend jeder der genannten hunderten Zusatzstoffen in den Wein gegeben werden, nur weil es gesetzlich zulässig ist.
Darüber hinaus bietet das Thema noch Anlass
für kontroverse Diskussionen und der Anspruch, den der verantwortungsvolle
Kunde hat, kann vom Erzeuger oft gar nicht wirklich erfüllt werden. Vieles wird
auch eher deswegen so vehement propagiert, weil es einem romantischen Bild von
heiler Welt und Ursprünglichkeit entspricht, und mit der Flasche Naturwein
kaufen wir uns ein bisschen davon. Ist Handlese grundsätzlich besser als
Maschinenlese (ob nun ein Trecker Kraftstoff verbraucht oder 20 Erntehelfer mit
ihren PKWs auf dem Weg zur Arbeit, wo ist der Unterschied? und wer will den handgelesenen Tafelwein dann bezahlen?). Korkverschluss
wird neben der TCA-Problematik auch deswegen verdammt, weil dafür die
Korkeichenwälder extensiv genutzt werden, aber Barriques gelten als natürlich, wo
doch für Holzchips wesentlich weniger Bäume gefällt und Hölzer durch die Welt
transportiert werden müssen. Man sieht, so einfach ist das alles nicht.
Genug der Theorie und Jugenderinnerungen, kommen
wir mal zum Wein, wird Zeit, dass wir was ins Glas bekommen, meine Kehle ist
schon ganz trocken. Der Wein, den ich jetzt vorstelle ist ein Naturwein ganz nach der obigen Iris'schen Definition.
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| Weingut Peter Jakob Kühn (C) Weingut Kühn, Oestrich-Winkel |
Meine erstes bewusstes Zusammentreffen mit
einem nachhaltig arbeitenden Winzer, damals noch in der Vorstufe zur
Biozertifizierung (inzwischen erfolgreich abgeschlossen), war im Winter 2008 bei
einem Besuch bei Peter-Jakob Kühn im Rheingau. Kühn
sieht eigentlich gar nicht so aus, wie man sich einen biodynamisch streng nach anthroposophischen
Regeln arbeitenden Winzer vorstellt, er strahlt weder die etwas abgehobene Intellektualität oder
das Charisma eines Nicolas Joly oder eines Alois Lageder aus, er ist kein Öffentlichkeitswinzer wie
Heymann-Löwenstein, die alle auf ihre eigene unverwechselbare Art mit und in der Natur arbeiten. Kühn
sieht genauso aus wie man sich einen Winzer aus Oestrich-Winkel vorstellt,
ortsverbunden, gradlinig, von großer Ernsthaftigkeit und einem hohen Maß
an schelmischem Humor, also ziemliches Understatement.
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| Peter Jakob Kühn im Weinberg (C) Weingut Kühn, Oestrich-Winkel |
Zum ersten Mal hörte ich, wieso es wichtig
ist, die Rebflächen mit genau ausgewählten Pflanzen zu begrünen, damit der
richtige Nährstoffmix in den Boden gelangt und die Reben genügend Abwehrkräfte
gegen ihre natürlichen Feinde ob Insekt- oder Pilzbefall entwickeln können. Und
dass zu jedem Zeitpunkt der Pflanzenreife ein anderes Heilkraut als Spritz- oder
Düngemittel zum Einsatz kommt. Spontanvergärung versteht sich von selbst und
das muss man können, da braucht man Erfahrung, man muss seine Trauben, seinen
Keller kennen, damit aus der Arbeit der natürlichen Hefen keine
unkontrollierbare Reaktion entsteht (wie ich bei oben erwähntem Trauben-Sauerkirsch-Experiment
erleben durfte). Und dann war da noch eine Vokabel, die Kühn immer wieder benutzte,
"Ruhe". Ob es darum ging, den Pflanzen ihre Zeit und Ruhe zur
Entwicklung zu lassen oder ob es um Kellerarbeit ging, bei der mit möglichst
wenig Eingriffen der Wein in Ruhe reifen kann. Diese Ruhe strahlt Kühn auch
persönlich aus, wenn er spricht, wenn er seine Weine erklärt oder vom Wetter
erzählt.
Jetzt frag mich keiner frei nach Goethe, wie
er es mit dem Schwefel hält, an dem sich ja die kritischen Geister scheiden,
weil selbst große Anhänger nachhaltiger Arbeitsweise die Ansicht vertreten,
dass es ganz ohne nicht gehe und andere wiederum (Achtung! Wortspiel!) kühn und
konsequent darauf verzichten. Ich weiß es nicht, ich hab nicht gefragt.
Allerdings experimentiert er auch mit Amphorenwein, den ich damals auch
verkosten durfte, der wird komplett ungeschwefelt abgefüllt, das hat er gesagt.
Ich habe aber inzwischen in meinem Weinleben schon so manchen ungeschwefelten
Wein getrunken und die allermeisten haben mir nach ein paar Jahren alles andere
als Spaß gemacht, allen voran die eigentlich so faszinierend schönen Chardonnays
von Boyer-Martenot, an denen der gute Yves scheint's immer nur anstandshalber ein bisschen mit
dem Schwefel vorbeiläuft (très légèrement sulfurisé waren seine Worte, als wir
sein Gut besuchten).
Beim Verkosten in der wunderbaren Kühnschen
Probierstube mit dem Quarzitboden haben mich dann diese knochentrocken
ausgebauten Rieslinge fasziniert, die ein so wunderbares Aromenspiel, eine
geschliffene Eleganz und eine große Klarheit haben, fast ist man geneigt,
Wahrheit zu schreiben. Wer meint, Zucker müsse als Geschmacksträger dabei sein,
hier wird er eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Wenn man mich fragt, welcher
mir den am besten gefallen hat, dann fällt mir die Antwort schwer und ich
schwanke immer zwischen Doosberg und St. Nikolaus. Im Moment und schon seit einiger
Zeit ist der St. Nikolaus mein Favorit. Kühn selber, so hatte ich den Eindruck,
zieht den Doosberg um einen Hauch vor.
Von meinem damaligen Besuch ist inzwischen
nur noch eine Flasche übrig geblieben
2007 St. Nikolaus
P. J. Kühn, Rheingau
°°°
(dafür sind aber Folgejahrgänge dazu
gekommen und wir haben schon beschlossen, uns recht bald wieder mit Kühn-Weinen
einzudecken) und wie das mit letzten Flaschen so ist, fragt man sich immer,
wann wohl der perfekte Augenblick zum Genuss ist (zweckdienliche Hinweise
werden gerne entgegengenommen). Beim letzten Mal vor etwa einem Dreivierteljahr
war er eigentlich schon perfekt. Die Farbe ein klares Goldgelb, in der Nase
zunächst dieser kleine etwas schweflige Stinketon, den spontan vergorene Weine
gerne mal zeigen, der sich aber nach einiger Zeit an der Luft verflüchtigt, dann
klares kräftiges Mineral, dazu Kernobst und eine zarte florale Note. Am Gaumen
dann wunderbar fest und straff, Pfirsich und Grapefruit, Mandeln, Gewürze vor
allem Majoran und Wacholder; Herr susa meinte auch ein wenig Lakritz zu
schmecken, da sind wir uns nicht ganz einig geworden; ein guter Abgang, die
Aromen wunderbar zusammenfassend.
Auch wenn es schon länger her ist, dass ich
den Wein getrunken habe, das sind Weine, die prägen sich ein, die liegen einem
auf der Zunge und bleiben in Erinnerung, der wunderbare Duft, die Kühle, die
Kraft.
So muss Wein sein!
Zum Schluss möchte
ich Frau Angela Kühn noch einen ganz herzlichen Dank sagen, dass sie mir
gestattet hat, mich an den Bildern der Kühnschen Webseite zu bedienen; meine
eigenen damals geschossenen sind leider nicht sehr vorzeigbar, bis auf
vielleicht das hier von der Kühnschen Katze im Lenchen, das gleich neben Kühns
Gut liegt.





Großartiger Post. Sehr gerne gelesen! Informativ, undogmatisch, lustig und einfach gut. Das Beste: Winzer Kühn ist quasi um die Ecke. Da fahr' ich glatt mal hin (oder radel besser?)
AntwortenLöschenAuf dem Fahrrad kannst Du natürlich nicht so viel Wein transportieren, aber ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
LöschenEcht? Du hast mal wein aus Plastikflaschen getrunken? Nicht zu glauben! :o)
AntwortenLöschenUnd wenn ich das richtig verstehe, dann ist das Weingut Kühn also eines derer, die wir bei unserem Exkurs ins Rheingau uuuuuunbedingt besuchen sollten?
pffff Plastikflaschen, so was hatten wir damals noch gar nicht. PlastikpfandKÄSTEN, so ähnlich wie Mineralwasserkästen, ein bei französischen Kooperativen beliebtes Gebinde.
LöschenUnd Kühn - un_be_dingt!
Ach sooooo!! Stimmt, jetzt seh ich es auch. Hab ich vorhin falsch gelesen...kann ja mal vorkommen bei sooooo vielen Wörtern :o)))
LöschenDanke für diesen spannenden und lehrreichen Beitrag! Die Steine neben der Flasche sind esotrisch, nehm ich an? ;-)
AntwortenLöschenOh Mann, merk ich ja jetzt erst, habe in dem Arrangement das levitierte Wasser vergessen. Das gibt jetzt schlechtes Karma und drei Wochen lausigen Sex.
LöschenGrins…
AntwortenLöschenAls Jugendlicher hatten die besagten „Landkommunen“ eine ausgeprägte Anziehungskraft auf mich, weil die Jungs viel cooler und Mädchen noch viel cooler und attraktiver ;-) waren, als die gewohnten spießbürgerlichen Langeweiler. Mein Vater hatte viel Mühe, seine Vorurteile nicht als solche offensichtlich werden zu lassen; meine Mutter hat es erst gar nicht versucht.
Allerdings muss ich zugeben, dass mir nicht erinnerlich ist, dass Genuss im Zusammenhang mit Essen und Trinken, jemals ein Thema gewesen wäre. Da könnte vielleicht eine Ursache für die Ressentiments in Sachen „Biowein“ liegen.
Den inzwischen völlig unbegründeten! Sicher auch dank des geschätzten Herrn Kühn.
Das mit dem Genuss hat wirklich gedauert, was gut schmeckte war verdächtig reaktionär. *ggg Aber wenn ich manchmal ein paar Tropfen des braunen Unaussprechlichen in den Gemüsetopf geschmuggelt hab, gab es weitaus weniger Reste.
LöschenDas heißt ja, für unsere 180° Kommune bist Du bestens vorbereitet :o)
Löscheneiner der besten Artikel zu diesem Thema !
AntwortenLöschenRobert, danke *rotwerdevorstolz
AntwortenLöschenSehr schön, viel zu lesen aber trifft den Nagel auf den Kopf. Susa, wenn du mal in Rente gehst, legst du dir doch sicher einen Weinberg zu,oder?!
AntwortenLöschenGruß Ulla
Nix da, dann könnte ich doch nie mehr mit der unbeleckten Arroganz der Außenstehenden den Winzern erklären, wie sie ihren Job machen müssen (eine Lieblingsbeschäftigung Heilsuchender auf dem Lande *ggg)
Löschenes wäre schön, wenn Frankreich's Regierung die "conversion" zu AB unterstützen würde, ist aber leider nicht der Fall.....Wir haben gerade zusammen mit ein paar Schweizern im Luberon Wenberge gekauft, die sonst zu grünen Rasenflächen des neuen Mas von protzigen Belgiern geworden wären.
AntwortenLöschenwunderschön, und so richtig viel zu lesen, ganz, wie ich es liebe:-)...und der Omaspruch (bei uns heißt der "das Gegenteil von Kunst ist gut gemeint....") gehört auch bei meiner Beurteilung von Naturweinen zum Standartrepertoire (auch wenn ich es in Anwesenheit des hoffnungsvollen Jungwinzers nicht immer ausspreche - und natürlich noch weniger in Anwesenheit seiner Fans....)- vieles ist eben auch Geschmacksache....und über den kann man ja bekanntlich nicht sinnvoll mit jedem streiten (da soll's ja eine ganze eigene Kultur für geben...)...
AntwortenLöschenWas die Landkomunen angeht, so hab ich die in Deutschland glatt verpasst, in der Zeit hab ich brav studiert und war daneben (und zwischen allen Stühlen, sprich CDS und SDS) als unabhängige Einparteienfrau im Asta aktiv...und im Studentenwohnheim gab's unsäglichen Valpollicella aus 2 Liter Flaschen, was wohl erklärt, warum ich erst nach meiner Übersiedlung nach Frankreich zum Wein (und auch vorübergehend in eine WG) gefunden habe...aber ich wollte ja hier nicht meine Lebensgeschichte erzählen, auch wenn Dein Beitrag so viele Erinnerungen weckt... Der Herr Kühn entsprichtübrigens voll dem Bild der guten, langjährigen Biowinzer, die ich aus Frankreich kenne, wie Frick aus dem Elsass oder Pierre Overnoy aus dem Jura, die brauchen keine werbewirksamen Outfits, um glaubhaft zu sein, die machen einfach und das meist schon sehr lange..auch ohne Schwefel, da wo's geht....
So und jetzt Schluss, irgendwann heute muss ich ja auch noch meinen eigenen Beitrag schreiben...
ach so, und da seh ich noch den Kommentar von Bolli: natürlich gibt's auch für die Umstellung auf Bioanbau Subventionen, im Rahmen der PAC - wenn Deine Freunde als Landwirte in der Bauernkasse (MSA) eingeschrieben sind, sollten sie sich mal erkundigen. Man braucht dafür aber die Belege, dass man auch schon seinen Beitrag bei Ecocert oder einem der anderen Biokontrollvereine bezahlt hat...
Ach Iris, ich sehe schon, wir haben uns viel zu erzählen ;o)
LöschenWir sind ja hier ganz entre nous, oder?
AntwortenLöschenFür mich der schönste und beste Beitrag der Ralley! Danke dafür!
Oh *rotwerde, *knicksmache
LöschenDanke
Herr susa bittet um folgende Ergänzung: Es sei geradezu unverzeihlich, dass ich in diesem Artikel seinen persönlichen Kühn-Lieblings vollkommen unterschlagen habe, den Riesling R, der sich in der Tat durch eine faszinierende Mineralität auszeichnet. Das ginge nicht!
AntwortenLöschenAlso: Wer sich gar nicht zwischen Doosberg und Nikolaus entscheiden kann, der nehme den R
oder alle drei ;o))