Dienstag, 21. Oktober 2014

Sommerschätze

 …in den Herbst und Winter mitgenommen. Kirschen, Johannisbeeren, Tomaten, Paprika, Zucchini, Feigen, Basilikum… Und schon in einem Menü verarbeitet - ausgiebig beweint.

Servus aus der Küche:
Curryschaumsüppchen mit Garnele, Kalbstatar-Hörnchen

 
Avocado-Fenchel-Gurken-Tatar, Apfel-Meerrettich-Gelee, gebeizter Saibling, Sauerrahm-Kresse-Eis

 
Kartoffel-Steinpilz-Ravioli, Nussbutterschaum, Haselnüsse

 
Rotbarbe, mediterrane Gemüseterrine, Tomatensauce mit Fenchelpollen von Eline, Basilikumöl

 
Confierte Gewürzgans, geröstete Brioche, Lorbeer-Portwein-Feige

 
Nicht fotografiert und auch schon verbloggt: Bleu d’Auvergne-Schaum mit Birnenkompott

Der Trend geht ja zum Pre-Dessert oder: ich mag einfach Orangensorbet mit Bizzel so gern

 
Kirsch-Johannisbeer-Sorbet, Topfen-Mohnmousse, Kirschragout, Schoko-Muscovado-Kuchen

 
Und noch ein paar schöne Bilder vom Herbst…








Freitag, 17. Oktober 2014

Saftige Angelegenheit



Der Himmel strahlt uns beinahe unverschämt selbstherrlich in einem kräftigen Blau entgegen, der Rasen ist saftig grün und die Bäume verändern ihr Outfit farblich in strahlend Gelb, Ocker und leuchtendes Rot. Im Garten riecht es gärig-süß nach Fallobst. In Ihrer Population schon stark dezimierten Wespen nagen an den Pflaumenresten sowie den braunen Stellen der Äpfel, die der Baum einfach so abgeworfen hat.
Herr Suse und ich befinden uns im Garten von A., unserer Nachbarin und befreien einen Apfelbaum von seiner reifen Last. Es ist der einzige Apfelbaum in ihrem Garten, der in diesem Jahr überhaupt trägt. Und dann auch noch so viele kleine, mit schorfen Stellen verunstaltete Früchte. Aber für mein heutiges Vorhaben ist das egal.

Beinah wäre es geplatzt, denn ich brauche heute viele Äpfel, je mehr, desto besser. Blöderweise ist trotz des wunderschönen Sommers die Aussicht gar nicht vielversprechend.
So manches Jahr wird einem das Obst sprichwörtlich hinterher geschmissen, weil jeder Apfelbaumbesitzer gar nicht weiß, was er mit den Obstmassen anfangen soll. Nicht so in diesem Jahr. Die wenigen Apfelbäume, die einigermaßen tragen, scheinen dieses Jahr von ihren Besitzern eine Art Heiligsprechung erfahren zu haben, denn von großzügigem Pflückangebot ist weit und breit nichts zu hören.
Und dann ein Lichtblick! Die Eigentümer eines unter der Last der Äpfel fast zusammen brechenden Baumes würden mir gern etwas abgeben, allerdings…tja, allerdings handelt es sich um eine späte Sorte, die erst im November geerntet wird. Zu blöd, denn der Termin ist doch schon in ein paar Tagen. Auch die vielen „wilden“ Apfelbäume bieten kein lohnenswertes Angebot bzw. sind schon von jemand anderes geplündert.
Und dann, fünf Tage vor dem Termin, bekomme ich einen Anruf meiner Mutter, dass sie eine Quelle aufgetan hätte, bei der die Eigentümer einer Streuobstwiese nicht wüssten wohin mit den vielen Äpfeln. Das ist die Rettung!!! Mama und Papa machen sich für mich auf den Weg, pflücken Äpfel und Birnen, was das Zeugs hält und übergeben irgendwo an der A7 Herrn Suse die reiche Ernte.
Und so freue ich mich auf mein erstes Mal Apfelsaftpressen.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Kettenbrief und sonstige Schwächen

Also meine Pünktlichkeit ist ja sprichwörtlich. Ebenso mein Ordnungssinn. Einer Jungfrau absolut unangemessen.

Aber wenn es etwas gibt, womit ich alles in den Schatten stelle, dann ist es meine Ignoranz von Kettenbriefen in jeglicher Erscheinungsform. Also zur Erläuterung: Kettenbriefe sind die rechtmäßigen Vorläufer der Strukies. 

Nur dass man bei Kettenbriefen einen Sack voll Postkarten nicht bekommt, während bei Strukies ein Haufen Geld nicht verdient wird. Und falls doch, wird man von Vroni geheiratet.

Freitag, 10. Oktober 2014

Wiesn 2014 - die 180° Bilanz

O’zapft
das erste Mal von NeuOB Reiter mit vier Schlägen, da ist noch Luft nach oben.

GBB (Gäste-Bier-Bilanz)
6,3 Millionen Gäste – 100.000 weniger als 2013. Ist mir jetzt nicht so aufgefallen.
6,5 Millionen Maß Bier, auch weniger als 2013 und zwar um 200.000! Trotzdem mehr Bierleichen. Wobei aus meiner Sicht hier nicht mehr die Rede von Bierleichen sein kann, wenn man sieht, was auf dem Weg zur Wiesn schon so alles konsumiert wird. Man spricht dann von sogenannten "Mischvergiftungen". Aha.

Wetter
Durchaus einige Tage mit dem sprichwörtlichem Wiesnwetter, am Anfang eher durchwachsen.

Kulinarisches
112 Ochsen und 48 Kälber, auch weniger als 2013! Was ist denn da los?!
  
Wiesnhit
Eindeutig: Atemlos von der Fischer Helene


VerBekleidung
Jedes Jahr auf’s neue spannend, welche Kuriositäten wohl angesagt sein werden. Generell beobachte ich einen Rückgang der lustigen Kopfbedeckungen. Das ein oder andere interessante Hütchen (dieses Jahr gelegentlich als neckische Microausführung) ist aber immer noch dabei. Ganz groß im Kommen sind allerdings mit Blumen verzierte Haarreifen, zu Haben in den Größen Gänseblümchen bis Blumenbouquet „Wiener Opernball“.

Besonderes Augenmerk wurde dieses Jahr bei beiden Geschlechtern auf die äh passende Beinbekleidung gelegt. Die Damen griffen gerne zum Modell Häkelgardine, die Herren waren kreativ in Sachen Farbwahl bei den Strümpfen zur Lederhosen. Oder was sie dafür halten. WARUM?

Neu für mich dieses Jahr waren Printmotive auf der Dirndlschürze wie z. B. Mohnblumen. Wieso nicht mal das Lieblingsposter aus den 90ern wählen? Wenn geschmacklos, dann doch bitte richtig! (Ich hatte übrigens N°413)
Alle, die über den Kauf eines Dirndls nachdenken und nichts verkehrt machen wollen, oder sich  einfach nur gut amüsieren wollen klicken bitte hier

Lieblingszelt: Fischervroni
Lieblingskapellmeister: Folger Sepp, Fischervroni



Souvenirs
Lieblingssouvenir auch in diesem Jahr wieder: der Bierkrug
Bierkrugklauversuche, erfolglos: 112 000; hier verzeichnen wir einen Anstieg im Vergleich zu 2013 mit 81.000. Na geht doch!
Bierkrugklauversuche, erfolgreich: wie gehabt, unbekannt

Fundstücke
Gesamt: 3646 (auch hier ein Rückgang gegenüber 2013). Das übliche: Ausweise, diverse Kleidungsstücke, Unmengen Geldbörsen, Schlüssel, Telefone, Taschen, Brillen und Gebisse. Auch dieses Jahr wieder zwei Eheringe. Das Highlight (nach Stabheuschrecke in 2012 und Segway in 2013) ist eine Katzentransportbox. Ich finde, da geht noch was!

Oide Wiesn erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit - und ist am letzten Wiesnsonntag mittags kein Geheimtipp!

Das war die Wiesn 2014.


Auf eine friedliche Wiesn 2015!

Dienstag, 7. Oktober 2014

Der Urlaub geht weiter oder „Österreich zum Zweiten“


Während ich den ersten Teil unseres wundervoll erholsamen Urlaubs noch von Unterwegs, also quasi mittendrin, verfasste, ist die schöne Rundreise mittlerweile beendet, der Alltag hat mich so langsam wieder fest im Griff und ich muss schön etwas tiefer kramen, um alles (aus meiner Sicht) Erwähnenstwertes zu berichten. I’ll do my very best, versprochen!


Tag neun bis zwölf

Am Morgen des neunten Tages heißt es wieder einmal Tasche packen, einladen und weiterreisen. Der Himmel in der Wachau ist wolkenberhangen ohne eine einzige Träne zu vergießen. So ist das also!
Nun gut, wir verabschieden uns und fahren in Richtung Burgenland. Aus zweierlei Gründen nehmen wir nicht den direkten Weg, sondern zwei Umwege in Kauf. Und zwar weil

1.      Der Wachaumarathon auf der Bundesstraße stadtfindet, wir nicht früh genug aus den Federn gekommen sind und durch die (sprichwörtliche) Walachei in Richtung Krems kurven. Wir haben Zeit und genießen die ländliche Umgebung.
2.      Das freundliche Hotel Altstadt Vienna sich per Mail bei uns gemeldet hat, dass wir eine Tasche mit Fotoequipment im Zimmer in Wien vergessen haben. Uuups, ich erinnere mich, die Tasche zuletzt auf dem schwarzen Fußboden hinter dem Stuhl gesehen zu haben. Naja, liegt ja so gut wie auf dem Weg.

Und so trudeln wir am frühen Nachmittag im Burgenland ein, wo wir von einem sich aus tiefschwarzen Wolken ergießenden Regenschauer empfangen werden. Dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall zu handeln scheint, deuten wir aus den mit großen Seen überschwemmten Feldern und Weinbergen. Leicht zynisch kommt mir irgendwie Reiswein in den Sinn.
Bei unserer Ankunft in Purbach am Neusiedler See ist es zumindest von oben trocken. Sofort fällt uns die im Gegensatz zur Wachau unspektakuläre, weitläufige Landschaft auf. DAS ist also das Burgenland. Unsere Unterkunft, das Hotel vom Weingut Kloster am Spitz liegt etwas außerhalb auf einer leichten Anhöhe. Beim Betreten des Zimmers preist der Hotelier den Balkon mit Blick auf den Neusiedler See an. Ich sehe nur grau und kann mir ein „Na, Sie können uns ja viel erzählen!“ nicht verkneifen.


Für den Abend haben wir uns ganz bequem einen Tisch im hoteleigenen Restaurant reservieren lassen, schließlich hat selbiges den Rest unseres Aufenthaltes geschlossen. Sowohl die Roulade von Herrn Suse als auch meine rosa gebratene Lammkeule sind gut gelungen. Traditionsgemäß probieren wir uns parallel zum Essen durch die Weine des Bioweingutes. Jaaaa! Ich mag Blaufränkisch Klassik und vom Leithaberg. Und die Cuvées aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah usw.

Eigentlich wollten wir im Burgenland auch das ein oder andere Weingut auf unserer Empfehlungsliste besuchen, aber ein Blick auf die Internetseiten zeigt, dass selbige nicht sonderlich erpicht auf vor Ort verkostende Besucher sind. Man kann sich z.B. per Mail zu einer der zwei Verkostungstermine im Jahr einladen lassen oder wird gleich auf die Bezugsquellen hingewiesen ohne dass eine Kontaktadresse aus der Homepage hervor geht. Na gut, dann eben nicht!
Und so halten wir am nächsten Tag Kurs auf die Landeshauptstadt Eisenstadt, in deren Zentrum das beeindruckende Schloss der Fürstenfamilie Esterhazy steht. Uns steht der Sinn nach Besichtigung. Wir erfahren, wie arbeitnehmerfreundlich die adligen schon damals waren, indem sie den persönlichen Zofen sogar Einzelzimmer zuwiesen und allen Angestellten einen Jahresurlaub von 30 Tagen erlaubten. Alle Achtung!

Nach einem nicht erwähnenswerten Mittagessen in der nahezu ausgestorbenen Fußgängerzone geht’s zurück nach Purbach. Es ist schon sehr auffällig, dass in den meisten Orten kaum Menschen zu sehen sind. Würden sich ein paar Rollbüsche über die Straße treiben lassen, ich würde mich nicht darüber wundern.
Besonders auffällig und ansehnlich sind die „Erdkeller“. Hierbei handelt es sich um z.T ehemalige Weinkeller, erkennbar an aneinander gereihten Giebeln, hinter denen der Raum zwecks gleichmäßiger Temperierung mit Erde angehäuft ist. In vielen von diesen befinden sich urige Buschenschänke, die zum großen Teil leider nicht geöffnet sind.


In einem von diesen hat eine junge Frau ein kleines, feines Lokal eingerichtet, das „Fossil“, in dem frisch zubereitete, schmackhafte Speisen in geschmackvoll eingerichtetem Sandstein-Kellergewölbe angeboten werden. Dass im Kamin hinter einer Glasscheibe ein Feuer brennt, erfreut mich Frostbeule ganz besonders. Für alle, die Lust auf eine Art regionale Bistroküche (Steinpilzcremesuppe, gute gemachte Pasta, butterzarte Spare-Ribs vom Rind) haben, ist dies eine empfehlenswerte Adresse.
Ebenfalls empfehlenswert in Purbach soll das Gourmetrestaurant „Gut Purbach“ sein, was wir aber nicht besucht haben.

Da wir das burgenländische Wein-Portfolio bislang nur am Rande gestreift haben, ist unsere Anlaufstelle am nächsten Tag die Vinothek im ebenfalls unspektakulären Neusiedl am See. Die Fülle an Vinotheken in der Gegend bestätigt übrigens meine Vermutung in Bezug auf Weinverkostungen bei den Winzern.
Es überrascht sicher niemanden, dass wir in der Vinothek mit einer wirklich stattlichen Auswahl fündig wurden.

Ein Highlight hätte der eigentlich als festes Ziel eingeplante Tomatenpapst Stekovics in Frauenkirchen sein sollen, den wir dusseligerweise passen. Ich Öckel hab den irgendwie die ganze Zeit in die Steiermark, unser nächstes Ziel, verlagert, muss dann aber dort feststellen, dass das „Paradeiser Paradies“ am Neusiedler See zu finden ist. Zu blöd, denn das hätte ein Highlight im Burgenland sein können.
Am Morgen unserer Abreise, nein eigentlich schon am Abend vor selbiger, bricht tatsächlich die Wolkendecke so sehr auf, dass wir den versprochenen Ausblick auf den riesigen Flachsee genießen können. Versöhnlich, aber nicht alles wieder gut machend.


Fazit Burgenland: Hervorragende Rotweine für unseren Gaumen, aber leider landschaftlich, kulinarisch und auch sonst für uns nicht interessant genug, um noch einmal zurück zu kehren.


Tag zwölf bis fuffzehn

Mittlerweile stellt das Einräumen des Autos zwecks Weiterfahrt eine Herausforderung dar. Zu unserem reichlichen Gepäck, den Shopping-Ergebnissen aus Wien gesellt sich eine nicht unwesentliche Menge an Weinkartons. Aber ich hab ja Herrn Suse mit, der mit einer stoischen Ruhe so lange aus- und einräumt, bis sich Lufträume im Kofferraum und auf der Rückbank auf ein absolutes Minimum reduziert haben und alles wie bei einer erfolgreichen Partie Tetris nahezu lückenlos verstaut ist (allerdings ohne, dass die „vollen“ Reihen verschwinden, wär ja auch blöd!).
So beladen fahren wir der Sonne, bzw. der Thermenregion/Vulkanland Süd-Oststeiermark entgegen.
Zu unserer großen Freude wird es wieder hügeliger, die Landschaft hübscher. Dass wir uns in der Steiermark befinden erkennt man zweifelsfrei an den unzähligen Feldern voller orangefarbener Kürbisse, in denen die dunkelgrünen Kerne für das Kernöl heranwachsen.


Unser Ziel ist die FamilieNeumeister in Straden, die sich auf drei wirtschaftliche Beine (Weingut, Fremdenzimmer und Gourmetrestaurant) gestellt haben. Während sich die „Chefin“ um die Vermietung der wundervollen Zimmer und das liebevolle Frühstück kümmert, empfängt und bewirtet Herr Neumeister im Restaurant Saziani Stub’n die Gäste. Die beiden Söhne haben das Weingut mit seinen überaus repräsentativen Verkostungsräumen fest in ihrer Hand. Alle sind sehr sympathisch und wir fühlen uns bei jedem Familienmitglied gut aufgehoben.




Saziani Stub’n: Stolz berichtet Herr Neumeister uns beim Empfang von seinem Koch, dem 22 Jahre alten jungen Harald Irka, der sich vor Auszeichnung fast nicht mehr retten kann. Mutig sei er, wir sind gespannt. Zunächst einmal bekommen wir einen Aperitif „aufs Haus“, welcher aus Wassermelonensturm mit einer Verjus-Eiskugel und ein paar Tropfen grünem Pfefferöl besteht. Während wir genüsslich vor uns hin schlürfen, erklärt Herr Neumeister uns die beiden Menüs. Es gibt ein 7 und ein 8-Gang-Menü. Minimale Gangzahl ist 5, man kann sich das Menü aus allen Gängen individuell zusammenstellen. Das nenn ich mal flexibel!
Wir entscheiden uns für jeweils 6 Gänge und bekommen nach der Wahl selbiger unsere individuellen Menükarten, in denen die Gänge etwas ausführlicher beschrieben sind als auf der Karte. Das Menü ist kohlenhydratarm, spannend und abwechslungsreich. Es geht von einem Steinpilzfond mit Räucheraal zum „aus der Schüssel schlürfen“ über simpelste Präsentation (drei wie zufällig am Tellerrand abgelegte Babymaiskolben mit Stopflebersoße und …) bis hin zu aufwändig verspielt angerichteten Gängen. Ja, der traut sich was, der Harald, aber gut ist es und nie langweilig. OK, mit dem Hirnaufstrich zum Brot kann ich mich nicht so richtig anfreunden, aber dafür gbs ja genug anderes zur Auswahl.
Herr Suse wählt auch dieses Mal die passende Weinbegleitung, ich bleibe beim Wasser und gönne mir lediglich zum Hauptgang die Weinempfehlung. Nee, was für ein schöner Abend, an dem alles stimmt. Von der geschmackvollen, gemütlichen Einrichtung über die freundliche Betreuung durch die bezaubernden, kompetenten Servicedamen und den Chef selbst bis hin zum herausragenden Essen.
Ich kann uneingeschränkt meine Empfehlung aussprechen.

Nur zwei Abende später soll dann ein weiteres kulinarisches Highlight folgen: Ein Besuch beim
Steirawirt in Trautmannsdorf. Aufgrund des gerade genossenen Menüs in der Saziani Stub’n entscheiden wir uns nicht für die Gourmet-, sondern für die Wirtshausküche.
Bei erster erhält man ein (ich glaube) 7-gängiges Überraschungsmenü nach allen Regeln der Kochkunst und –spielerei. Das ältere Ehepaar an unserem Nachbartisch mit der mäkligen Frau hatte sich dafür entschieden, so dass wir ab und zu mal herüberlinsen und interessiert mit halbem Ohr zuhören, was denn so serviert wird. Im Gegensatz zur Wirtshausküche bekommt man zu den bis ins kleinste Detail ausgefeilten Gängen bei der Gourmetvariante gleichzeitig ein bisschen Show geboten, wenn z.B. vor dem Hauptgang das dry-aged Kotelett vom „Johann“-Freilandschwein im Ganzen zur Anschauung an den Tisch gebracht wird. Oder aber die Zeit bis zum Dessert mit einem Gameboy verkürzt werden soll, weil die einzelnen Komponenten auf dem Abschlussteller die Formen der Tetris-Figuren besitzen. Na, das ist ja was für "Frau Mäklig" ;-) Das Dessert selbst scheint dann aber zu versöhnen, denn sie schwärmt in den höchsten Tönen.
Die Wirtshausküche ist allerdings auch nicht von schlechten Eltern. Neben vielen Gerichten mit Innereien, zeigt die Speisekarte eine gute Auswahl an ansprechenden Fisch-, Fleisch- und sogar vegetarischen Gerichten. Für letztere entscheide ich mich, genau für eine sehr schmackhafte, gepresste Gemüseterrine mit Tomatenpesto, Avocado und einem feinen Dressing. Die Topfen-Erdäpfelcanneloni im Anschluss sind ebenso fein. Beim Zwetschgenknödel wünsche ich mir den Teig etwas fluffiger, das Vanille-Rum-Eis ist dafür zum Reinsetzten.
Herr Suse wählt wieder ein Kukuruz-Süppchen, erlangte nach dem Filet dry-aged-beef, Ladies Cut, eine ausreichende Sättigung und verzichtet aufs Dessert. Unser Fazit: auch dieses Restaurant ist für Oststeiermarkreisende und Genießer eine Empfehlung.

Weiterhin kulinarisch erwähnenswert sind da noch die Greißlerei in Straden, in der man Produkte der Stradener Landwirte genießen, aber auch für den heimischen Genuss mitnehmen kann. Ebenso der Buschenschank des Weingutes Bernhard in Riegersburg, von deren Terrasse man bei köstlichen, frisch gemachten, kleinen Speisen samt Wein einen wunderschönen Ausblick auf die Burg genießen kann.


 Nett ist es auch in der kleinen, hübschen Stadt Bad Radkersburg  an der Mur, von wo aus wir versehentlich einen kurzen, fast unbemerkten Abstecher nach Slowenien machten. Gegessen haben wir gut und deftig im geschützten, vom Wein überdachten Innenhof beim Metzgerwirt, was nach den vielen edlen Speisen eine angenehme Abwechslung war.

Und wenn man sich schon durch die Süd-Oststeiermark schlemmt, dann darf ein Besuch bei der
Schokoladenmanufaktur Zotter nicht fehlen. Hier kommen ausschließlich fair gehandelte Zutaten in die Schokolade. Die Fülle an außergewöhnlichen Kreationen ist bemerkenswert. Natürlich habe ich viel zu wenig Schokolade dort eingekauft, so dass die erste Bestellung über den Online-Shop schon erfolgt ist. Ich empfehle bei einem Besuch auch besonders bei dem Tisch mit der Bruchschokolade zuzugreifen. So hat man nach dem Zufallsprinzip die Möglichkeit, sich durch verschiedene Sorten durchzuprobieren und das zu einem unschlagbaren Preis.
Weiterhin empfehlenswert ist das Weingut Krispel, insbesondere weil dort die aus 90% Fett bestehenden Mangalitza - Wollschweine gehalten und zu köstlichen Produkten verarbeitet werden.

 Und Wein? Ja, da haben wir uns aufgrund des schwindenden Platzen im Auto etwas zurück gehalten. Neben den Weinen unserer Gastgebern haben wir nur noch ein Pröbchen beim Weingut Winkler-Hermaden auf Schloss Kapfenstein gegönnt. Für den roten Olivin würde ich zur Not ein Paar Schuhe von Herrn Suse in der Steiermark zurücklassen ;-)

Obwohl wir uns schon ordentlich durch die Region gefuttert haben, haben wir viele kulinarische Ziele wie z.B. die Vulcano Schinkenmanufaktur und die Fromagerie Riegersburg nicht besucht.
Liebe Steiermark, wir kommen wieder!



Tag fuffzehn bis einundzwanzig
Die letzte Station ruft. Keine Weingegend, keine kulinarischen „Verpflichtungen“. Ab jetzt steht die vielseitige Landschaft mit grünen Hügeln, grauen Bergmassiven und unglaublich farbintensiven Seen auf dem Programm. Unsere Fahrt quer entlang der Gipfel der Steiermark führt uns in das traumhafte Salzkammergut.




Fernab von dem touristischen Trubel St. Gilgens und dem Weißen Rössl in St. Wolfgang haben wir uns in Nussdorf am Attersee mit Blick auf selbigen einquartiert. Ein paar Wanderungen, einige Autotouren durch die wunderschöne Gegend und ein Besuch im verregneten Salzburg stehen auf der
„Agenda“.

Weil es in Salzburg auch noch so unverschämt windig ist und sich um den Dom herum ein „nerviger“ Jahrmarkt eingerichtet hat, entscheiden wir uns ziemlich schnell dazu, ein paar Original Mozartkugeln beim Fürst als Souvenirs zu erstehen und uns mit einem ausgedehnten feinen Essen zu entschädigen. „Das Esszimmer“ sowie „M32“, zwei Tipps, die wir noch auf der Liste haben, haben natürlich beide heute Ruhetag. Also setzen wir uns kurzentschlossen wieder ins Auto, um uns etwas außerhalb im Ikarus im Hangar 7 am Salzburger Flughafen verwöhnen zu lassen.
Wir entscheiden uns gegen das Degustationsmenü mit ich weiß nicht wieviel Gängen zugunsten des dreigängigen Mittagsmenü, welches durch einen Gruß aus der Küche, eine feine Brot- und Butterauswahl und ein paar Pralinchen zum Abschluss ergänzt wird. Auch wenn die Atmosphäre dort etwas steif daherkommt, genießen wir den (Nach-)Mittag dort sehr und kehren später zufrieden wieder an den Attersee zurück.
Und dann ist es soweit, der letzte Tag ist da, hat sich die ganze Zeit in Hintergrund gehalten, dabei wie auf Samtpfoten angeschlichen und grinst uns frech an. Naja, immerhin verspricht er gutes Wetter und so fahren wir innerhalb einer gute Stunde zum Hallstädter See nach Obertraun, um von dort aus das beeindruckende Dachsteinmassiv zu besteigen befahren. Sonne, Schnee, klüftige Felsen und eine tolle Aussicht werden uns zum Ausklang unseres schönen Urlaubes beschert und machen tüchtig Werbung für den nächsten Skiurlaub.Einfach genial!



Und so packen wir also am nächsten Morgen zum letzten Mal unsere Koffer und fahren mit einer Zwischenübernachtung der Heimat entgegen, wo uns viele Sonnenstrahlen und ein mittlerweile herbstlich anmutender, etwas verwilderter Garten herzlich Willkommen heißen. Zu Hause ist es auch soooo schön!



Zum Schluss sende ich noch ganz viele Dankeschön über die Weiten des WWW an alle, die uns mit so vielen wertvollen Tipps zu drei unvergesslichen, erholsamen, kraftmobilisierenden Wochen verholfen haben. Ihr seid toll!



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